Ich bin selber Expat-Frau in Shanghai und kann diese Erzählungen in keinster Weise nachvollziehen. Weder das gelbe Wasser, das aus dem Wasserhahn kommt, noch die Unzuverlässigkeit der chinesischen Handwerker. Ganz im Gegenteil, wenn bei uns der Wasserhahn tropft, ist binnen einer halben Stunde (auch Sonntags!) jemand zur Stelle. Der Handwerker kann oft nur chinesisch, aber ich möchte mal wissen wie viele deutsche Handwerker englisch sprechen können? Überdies werden auch die Schuhe immer ausgezogen oder blaue Überzieher werden genutzt. In Deutschland muss man nach einem Handwerkerbesuch im Winter auch mal den Boden komplett neu wischen.
Ein interkulturelles Seminar, mit dem Frau Collée sich viel Frust hätte ersparen können, wäre gut angelegtes Geld gewesen. Dort wird man nämlich auf so manche chinesische "Falle" vorbereitet und tappt nicht blindlings rein.
Auch dass es in Shanghai nur drei Orte gibt, an denen Langnasen wohnen, kann ich nicht bestätigen...Wir wohnen in einem dieser Compunds von denen im Buch die Rede ist, dass hier "nur" die Langnasen wohnen, auch dies stimmt keinesfalls. In unserem Compound leben extrem viele gut betuchte Chinesen, sogar gebürtige Shanghaier!
Apropos Geldgier der Chinesen, ich habe gerade an der Tür per Nachname einen Drucker bezahlt der 2549 RMB gekostet hat und ich habe beim 1 RBM abgewinkt, dass der Postbote ihn behalten kann und ich habe bis auf den letzten Quai die exakte Summe zurückerhalten.....Dass es nicht üblich ist Trinkgelder in Restaurants zu geben und viele andere Geschichten, wird mit keinem Wort erwähnt.
Statt ständig über alles zu meckern und über alles frustiert zu sein, sollte man sich immer vor Augen halten, dass man als "kleiner Botschafter" des eigenen Landes unterwegs ist und erstmal selber schauen, ob man nicht völlig "vom Mond" ist.
Was ich bestätigen kann, ist das Aufnahmeprocderere für die Visumsangelegenheiten....
Alles in allem ein Einzelschicksal, aber in keinster Weise maßgebend für das Leben eines Deutschen in Shanghai......
Wenn jemand einen Text schon beginnt mit: Das Leben könnte so schön sein...
und so an seinem Hamburg hängt, als wäre es der Naben der Welt, der sollte doch besser zu Hause in Deutschland bleiben.
Schlimm, dass alle die auch nur 1 oder 2 Jahre in diesem Land verbringen gleich als selbst ernannte "Experten-Expats" meinen darüber schreiben zu müssen!
Doppelt schlimm, dass die "Daheim gebliebenen", Familie Colléen nun als die Robinson Crusoe Familie Chinas" feiert und sich China oder Shanghai nun SO vorstellen!