Als im Jahr 2000 die britische Geochemikerin Jane Plant ihr Konzept zur Prävention und Behandlung von Brustkrebs vorlegte ("Dein Leben in deiner Hand"), welches die strikte Vermeidung von Milchprodukten und eine insgesamt vegane Lebensweise als unterstützende Maßnahme zur konventionellen Krebstherapie empfiehlt, erschien die Idee noch ziemlich schräg.
Das ist nun vorbei, denn Buch von Colin und Thomas Campbell "Die China Studie" bestätigt eindrucksvoll:
Es ist das tierische Eiweiß, welches mit so gut wie sämtlichen Zivilisationskrankheiten in Verbindung gebracht werden muss.
Eine Art kopernikanische Wende, denn damit kippt ein Dogma, welches ewig lange die westliche Ernährungsphilosophie bestimmt hat: Das vom angeblich lebensnotwendigen tierischen Eiweiß.
Und es führt kein Weg an dieser Erkenntnis vorbei:
Die bislang größte Studie zum Ernährungsverhalten von Menschen und dessen Folgen belegt klar und eindeutig, dass sämtliche "Zivilisationskrankheiten" von Herzinfarkt, Schlaganfall, Krebs und Diabetes bis hin zur Altersdemenz direkt von der Höhe des Fleischkonsums (bzw. dem Konsum von Tierprodukten allgemein) abhängen. Der Mensch ist eben, so Campbell, von Natur aus Veganer, und verträgt Fleisch allenfalls in einer Größenordnung von 5% der Gesamternährung.
Eine unbequeme Wahrheit, gewiss ... und für Europäer schwer verdaulich.
Aber unter Umständen (Campbell empfiehlt Herzinfarkt- und Schlaganfallpatienten eine sofortige Umstellung der Ernährung) lebensrettend.
Genauso wie die folgende, ebenfalls in diesem Buch enthaltene:
Bereits seit den 80er Jahren ist nämlich in Forscherkreisen bekannt, dass krebserzeugende Substanzen erst dann ihr tödliches Potential entfalten können, wenn Kasein im Spiel ist: Campbells mit einem hochpotenten Karzinogen infizierten Laborratten (Campbell wiederholte damit die Versuche indischer Wissenschaftler aus den 80er Jahren) starben nämlich erst dann an Krebs, wenn sie mit Kasein gefüttert wurden, und zwar in einer Größenordnung, die dem durchschnittlichen Kasein-Konsum eines US-Bürgers entspricht.
Und: Der Krebsbefall bildete sich zurück, wenn man die Ratten auf vegane Diät setzte.
Krebspatienten dürften hier aufhorchen und diese Ergebnisse wissenschaftlicher Forschung für sich persönlich nutzen, so wie es die Autorin dieser Zeilen seit mittlerweile 2 Jahren erfolgreich (und zur Verblüffung so mancher Ärzte) praktiziert.
Leider scheint eine einflussreiche Lobby bislang effektiv zu verhindern, dass derartige Erkenntnisse die Öffentlichkeit zu erreichen. Campbell beschreibt ausführlich, wie dies in den USA funktioniert.
Und so ist auch (bezeichnenderweise?) "The China Study" bislang nur in englischer Sprache erhältlich.
Allerding ist der Text nach kurzer Einarbeitungszeit auch für Deutsche recht gut lesbar.
Also: Lassen Sie sich nicht abschrecken! Das Buch lohnt sich absolut! Denn dieses Buch ist ein Hammer!