1961:
in London gründet ein Rechtsanwalt eine Organisation, die sich für Menschenrechte einsetzen will und der junge Robert Alan Zimmerman erreicht 3 Monate vor seinem 20. Geburtstag bei Schneegestöber und Eiseskälte New York City.
1962:
der Name der Organisation Amnesty International wird offiziell eingeführt und Mr. Zimmerman bringt als Bob Dylan sein erstes Album bei Columbia Records heraus.
2012:
50 Jahre später feiert Amnesty International seinen runden Geburtstag mit diesem 4 CDs umfassenden Sampler, auf dem unzählige Musiker insgesamt 72 Songs von Bob Dylan interpretieren. Dylan, der in seinen jungen Jahren bekanntlich mit seinen Songtexten auch oft für die Schwachen und Unterdrückten eintrat, ist mit der ursprünglichen Version von Chimes Of Freedom vertreten. Alle anderen Versionen sind neu. Na gut, neu ist relativ, 2010 hat man angefangen dieses Projekt vorzubereiten. Bob Dylan hat zu diesem Zweck rund 400 seiner Lieder frei gegeben und die hier vertretenen Künstler nebst Aufnahmepersonal arbeiteten ohne Gage.
Ich bin von diesem Sampler einfach begeistert. Das kann ich nicht anders sagen.
Alle Beiträge sind auf ihre Art großartig. Auch wenn bspw. The Avett Brothers ein bizarres Experiment wagen:
Sie haben über das 69er Duett Cash/Dylan (One Too Many Mornings) neue Gesangs- und Instrumentalspuren gelegt, und somit ein "Duett" Johnny Cash feat. The Avett Brothers daraus gemacht.
Viele bekannte Musiker sind hier natürlich dabei, viele, die man auf so einem Sampler auch erwarten kann. Entweder, weil sie AI nahe stehen oder eben Bob Dylan und seinem Werk. Oder sowohl als auch...alle aufzuzählen geht gar nicht.
Desweiteren sind auch viele alte Veteranen vertreten und einige Stars der Popszene, mit denen man vielleicht nicht unmittelbar gerechnet hätte. Und die können durchaus überraschen, wie z.B. Myley Cyrus mit ihrer Version von You Make Me Lonesome When You Go, Adele mit einer fast herzzereissenden Liveversion von Make You Feel My Love oder Natasha Bedingfield's Version von Ring Them Bells. Die kann zwar mit der Sufjan Stevens Interpretation nicht mithalten, ist aber trotzdem sehr gelungen.
Viele bei uns ziemlich unbekannte Künstler der Indie- und Alternativszene sind auch dabei, genauso wie natürlich eine Menge Künstler bspw. aus Afrika, dem nahen Osten und Asien, deren Arbeit in Westeuropa weitestgehend unbekannt sein dürfte. Da kann man sich im Internet zu Tode suchen, um all die Leute, die man nicht kennt, zu finden, um nach zu lesen, was die Herrschaften normalerweise tun.
Es geht wirklich zu weit an dieser Stelle alle Höhepunkte zu erwähnen, denn es sind einfach zu viele. Nicht nur die Ansammlung der Künstler ist hier hochinteressant, auch die Songauswahl hält manche Überraschung bereit. Manche Beiträge bleiben nahe am Original, andere gehen in ihrer Interpretation in eine völlig andere Richtung und wieder andere erscheinen vielleicht etwas zu routiniert. Die Mischung macht es aus.
Dieser Sampler ist ein echtes Highlight.