Gerne würde ich diese Rezension damit beginnen, daß der erste Gang nach dem Ende der Lektüre dieses Chile-Bandes zum Reisebüro führte und mit der Buchung eines Fluges endete, denn gerade die überaus ansprechenden Fotos von Guido Cozzi verführen doch sehr dazu, unmittelbar zu einer Reise nach Südamerika aufzubrechen. Für einen ersten Eindruck reicht der gut lesbare und mit viel Sympathie für Land und Leute geschriebene Text von Susanne Asal selbst für „Ahnungs-lose". Mehr ist in einem 88-seitigen Band, dessen Schwerpunkt eindeutig auf der optischen Präsentation einer Region „jenseits des Ozeans" liegt, auch kaum möglich. Ergänzt wird der einführende Essay durch ein Kastenthema von Bettina Dreier-Fialla, die über ihre Erfahrungen bei einer mit der ganzen Familie unternommenen Fahrradtour auf der „Carretera austral", im Süden des langgestreckten Landes, berichtet. Hier steht allerdings mehr das „Biking" als die Schönheit des Landes im Vordergrund. Interessanter, zumindest für den Rezensenten, sind kleinen Einzelporträts beispielsweise über den von der Atacama-Wüste geprägten Norden, die Osterinsel oder die Nationalparks im klimatisch abwechslungsreichen Süden, wo Eis und Schnee mit sommerlich warmen und feuchten Tagen abwechseln. Appetitanregend ist das Kastenthema über die chilenische Küche, und jenes über deutsche Siedler, die „Robinson-Crusoe-Insel" u.a. ergänzen den Band gut. Insgesamt liegt hier ein sehr gelungenes und empfehlenswertes Buch vor, das man immer wieder gern zur Hand nimmt, wenn man Reisefieber bekommen möchte oder schon welches hat... Andreas Gruschke