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Die hilfreichsten Kundenrezensionen
31 von 35 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Große Literatur,
Von Yolanthe Gedeck (Berlin) - Alle meine Rezensionen ansehen
Rezension bezieht sich auf: The Children's Book (Taschenbuch)
Wer AS Byatt kennt, macht sich auf einiges gefasst: ihren fundiertes historischen Blick, akribische Recherche, besondere sprachliche Eleganz und ein großes Personal. Es ist ihrem ökonomischen Geschick und der Fähigkeit sinnvoller Dramaturgie zu verdanken, dass man hier nicht den Überblick verliert. Zudem spielt sie mit zahlreichen literarischen Bezügen, Shakespeare, Tieck, die deutsche Romantik und das deutsche Märchen schlechthin - Byatt ist eine Meisterin der Verknüpfungen. Erstaunlich, mit welcher Leichtigkeit und Selbstverständlichkeit sie Szenen wie die Not und das sexuelle Erwachen eines Jungen aus armseliger Herkunft, seine tief empfundene Fremdheit in den sauberen Betttüchern und der feudalen Welt der Wellwoods, oder auch die narzistische Eigensinnigkeit und aus ihr resultierende Emanzipation einer Frau (Olive Wellwood) darstellt, die neben vielen anderen Leidenschaften auch Mutter ist. Byatt hat hier ein großes Portrait nicht nur der Edwardianischen Zeit und ihrem literarischen Verständnis, sondern der Kindheit in ihr verfasst. Kindheit, so macht dieses Buch nachvollziehbar, war einmal die unbehütete Zeit im Leben. Kindheit als Zeit größter Freiheit, als Zeit des Erwachens und der Verheißung, - bis dass die Kriege kamen.
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4 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Ein großer Wurf,
Von Sabine (Hamburg) - Alle meine Rezensionen ansehen
Rezension bezieht sich auf: The Children's Book (Taschenbuch)
Seit "Obsessions" verfolge ich A.S. Byatt mit großem Interesse und mochte außer vorgenanntem Werk vor allem ihre "Matisse Stories" und "Angels & Insects" sehr, aber auch viele andere Veröffentlichungen. Das "Biographer's Tale" allerdings fand ich ein wenig mühsam, wie auch "The Virgin in the Garden". Mit "The Children's Book" indes ist ihr wieder ein ganz großer Wurf gelungen, der von Anfang bis Ende fesselt, fasziniert und nebenher ein bisschen Geschichtsnachhilfe erteilt. Stilistisch ist A.S. Byatt ohnedies absolut trittsicher und versteht es, ihrem Romanpersonal Leben einzuhauchen wie noch die traurigsten Lebensentwürfe nachvollziehbar zu vermitteln.
Ich hoffe sehr, dass Melanie Walz, die schon die früheren Werke hervorragend übertrug, an der Übersetzung sitzt, damit ich die deutsche Ausgabe bald an alle verschenken kann, denen der Zugang zum englischen Original verwehrt ist. Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
3 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
4.0 von 5 Sternen
Außergewöhnliche Familiensaga,
Rezension bezieht sich auf: The Children's Book (Taschenbuch)
A. S. Byatt hat mit diesem Buch eine unglaubliche Familienchronik geschaffen. Natürlich gibt es die üblichen Strukturen: Kinder werden geboren, Kinder werden zu Jugendlichen, alte Menschen sterben. Strukturen, die mit einer Vielzahl von fröhlichen und traurigen Ereignissen verknüpft werden. Aber dieses Buch ist nicht nur eine Familienchronik/Saga. A.S. Byatt hatte es sich zur Aufgabe gemacht, die Ereignisse um die Jahrhundertwende möglichst detailgetreu abzubilden. Deshalb könnte man dieses Buch auch als historischen Roman bezeichnen. Es ist beeindruckend, wie Byatt es geschafft hat, reale Personen und Ereignisse so mit Fiktion zu verknüpfen, dass sich die Grenze zwischen Realität und Fiktion auflöst. So tauchen unter anderem Oscar Wilde, Rupert Brooke und George Bernard Shaw in persona auf und mischen sich unter die fiktiven Charaktere. Trotz der vielen Charaktere, Schauplätze und Ereignisse verliert Byatt aber nicht den Überblick in der Darstellung. Durch die wechselnde Erzählperspektive erfährt der Leser auch die Gedanken und Gefühle von den meisten Hauptcharakteren.
Allerdings muss ich eingestehen, dass Byatt es auch manchmal übertreibt, wenn es um die detailgetreue Darstellung von Personen und Ereignissen geht. Die beschreibenden Passagen haben klar überhand in diesem Buch und wer diese Art Schreibe nicht gewohnt ist, der wird wohl keine Freude an diesem Buch haben. Die Spannung hält sich streckenweise auch sehr in Grenzen. Ab Seite 150 wurde es dann etwas interessanter und wirklich gefesselt hat es mich nur auf den letzten 100 Seiten. Und trotzdem will ich es nicht missen, dieses Buch gelesen zu haben. Ich habe sehr großen Respekt für die Autorin, wie sie es geschafft hat, ein so komplexes Buch zu schreiben, das gleichermaßen so balanciert ist. Und das Gute ist: Hier bekommt man noch richtig was für sein Geld, denn dies ist definitiv ein Buch, welches man mehrfach lesen kann... Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
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