Nach dem überraschenden, jedoch fälligen Erfolg des Vorgängeralbums MAIN COURSE, das noch zwiespältig zwischen R&B- eingefärbten Titeln einerseits und eher konventionellem Bee Gees-Material andererseits hin- und herpendelte, setzten die Brüder Gibb mit diesem Album konsequent auf die Dance/R&B- Schiene, allerdings stets unter der Vorgabe der Bühnentauglichkeit, denn die Präsentation des Materials auf Tournee hatte für die Brüder Vorrang!
Heraus kam CHILDREN OF THE WORLD: Zum ersten Mal prägt Barrys Falsett den Großteil eines Albums, zum Ersten mal seit 1966 sind keine Streicher auf einem Bee Gees Album eingesetzt, zum ersten Mal arbeiten Barry Gibb, Karl Richardson und Albhy Galuten als Produktionsteam zusammen (das später für Alben wie GUILTY [Barbra Streisand] oder HEARTBREAKER [Dionne Warwick] aber auch für viele weitere Bee Gees Produktionen [z.B. Andy Gibb] verantwortlich zeichnete).
Und obwohl 'You Should Be Dancing' als die Disco-Single schlechthin gilt, ist dieses Album musikalisch interessanter und vielschichtiger (und auch besser) als der etwas alberne und kaum Ernst gemeinte Titelsong. Es überzeugt zum einen (wenig überraschend) mit großartigen Songs wie 'Love So Right', 'Can't Keep A Good Man Down', 'Love Me' oder dem grandiosen 'Boogie Child' und überrascht äußerst eindrucksvoll mit einer Produktion, die zeigt, dass die Bee Gees durch ihre Zusammenarbeit mit Arif Mardin viel dazu gelernt hatten. (Im Übrigen dokumentiert CHILDREN OF THE WORLD die hohe Qualität der Band, die die Bee Gees in der zweiten Hälfte der 70er Jahre zur Seite hatten).
Ein musikalisch allgemein unterschätztes Album, das im Übrigen ein Mega Seller war. Bis dahin war es das bestverkaufte Album der Bee Gees und prägte deren Image auf Jahre.