"Children of Men" ist ein phänomenales und düsteres Filmhighlight, das einen wahrscheinlich so schnell nicht mehr loslässt. Regisseur Alfonso Cuarón macht den Film zu einer regelrecht physischen Erfahrung, die er durch einen harten, ungemein real wirkenden Inszenierungsstil erzielt. Die Kameraarbeit ist genial, verwackelte und dadurch realistischere Bilder erzielen ein hohes Maß an Direktheit und Authentizität. Cuarón schnürt einfach ein atemberaubendes Gesamtpaket, das von Anfang bis Ende einfach brillant ist. Lange konnte man schon nicht mehr eine derart nachvollziehbare und verstörende Zukunftsvision bewundern wie diese. Der Film ist voll mit geschickt platzierten kleinen Details, die diese Zukunft so glaubwürdig und gerade deswegen so bedrohlich machen. Die Gewalt und der Terror kommen plötzlich, durch den rauen Realismus sind viele Szenen nur schwer erträglich und brennen sich ins Gedächtnis. Denn Cuarón geht es eben um Authentizität: Die Welt von 2027 ist nicht überfüllt mit überflüssigen Hightech-Gimmicks, seine Vision der Zukunft lebt von einer latenten Anspannung und brodelnder Angst, gerade weil sie sich eher zurückentwickelt hat und oft erschreckende Parallelen zur heutigen Zeit schafft. Er schafft es, den Zuschauer mit seinen beklemmenden Bildern in das Geschehen einzubeziehen, was nur den allerwenigsten Regisseuren gelingt. Doch was den Film natürlich umso kraftvoller und packender macht, ist schließlich die ergreifende Story. Cuarón liefert nur wenige Antworten, der deprimierende Grundton bleibt im Grunde immer gleich, am Ende steht nur ein kleiner Hoffnungsschimmer. Manche Szenen sind von einer unglaublichen Intensität geprägt, die dem Zuschauer an die Nieren geht. Die Art und Weise, wie Cuarón die Actionszenen inszeniert, gehört mit Sicherheit zum grandiosesten, was man in letzter Zeit in dieser Hinsicht gesehen hat. Die Story ist voll mit überraschenden und teils schmerzhaften Wendungen, darstellerisch überzeugt "Children of Men" ebenso auf ganzer Linie, ganz besonders Clive Owen und Michael Caine. Es ist erstaunlich wie konsequent der Film in Szene gesetzt ist, Cuarón scheut sich nicht Grenzen zu überschreiten. Das ist intelligente und anspruchsvolle Filmkunst, die in diesem perfekten und harmonischen Zusammenspiel nur selten gibt.