Endlich erscheint dieses sensible Meisterwerk der Regisseurin Randa Haines auf DVD! Zum Inhalt:
James Leeds (William Hurt) tritt voller Ideale seinen neuen Posten als Lehrer an einer Taubstummenschule an. Rektor Dr. Franklin (Philip Bosco) macht ihm schnell klar, daß er für progressive Lehrmethoden im Kollegium nicht allzu viel übrig hat. Dafür schließen ihn aber n die Schüler sofort in ihr Herz. Und auch Leeds' Herz schlägt alsbald für jemanden an der Schule im Besonderen. Ihm gefällt die Gehörlose Sarah (Marlee Matlin - auch im wirklichen Leben taubstumm!), eine ehemalige Schülerin, die mittlerweile als Putzfrau in der Schule arbeitet. Aus anfänglicher Zuneigung entwicklet sich zwischen den beiden eine außergewöhnliche Liebe.
Diese ist allerdings problembehaftet und zwar nicht nur wegen Sarahs Gehörlosigkeit. Sarah weigert sich nach einem traumatischen Jugenderlebnis, zu lernen, genau von den Lippen zu lesen und Laute zu formen. Leeds will mit ihr nicht nur die Gebärdensprache weiter vertiefen, sondern er möchte ihr auch beibringen, ihre Stimme zu entwickeln. Doch Sarah reicht die Welt so, wie sie sie kennt. Hinreißend die Szene als Sarah in völliger Harmonie mit der Musik, deren Schwingungen sie als Luft-Vibrationen wahrnimmt, tanzt oder als sie gemeinsam mit James einer Bach-Fuge "lauscht".
Die Beziehung droht an Unvereinbarkeit der beiden Welten zu scheitern, James erstickt unter der Last des "Dolmetschers" und Sarah besteht auf dem Recht "anders" sein zu dürfen.
Eigentlich ein Problemfilm. Aber keiner, der mit vorgehaltenem Zeigefinger auf eine Randgruppe aufmerksam macht, sondern ein Streifen, der einen packenden Einblick in die Welt der Gehörlosen und Taubstummen vermittelt und welche Probleme in der Zusammenarbeit mit ihnen entstehen können. Überzeugend gespielt vor allem von Marlee Matlin, die für ihre Darstellung als erste gehörlose Schauspielerin einen "OSCAR" erhielt und die nach den Dreharbeiten auch privat 2 Jahre lang mit William Hurt zusammenlebte. Der Film erhielt 5 Oscar-Nominierungen, eine davon ging verdientermaßen auch an Piper Laurie, die auf einfühlsame Weise Matlins Mutter spielt. Ebenso zurecht nominiert wurde William Hurt, der absoult eindringlich und überzeugend spielt. Bei diesem Film paßt alles und er ist bis in die letzte Nebenrolle mit viel Fingerspitzengefühl und brilliant besetzt. Ein sensibler, tiefgründiger, realistischer und doch auch romantischer Film -gerade diese Vielschichtigkeit macht ihn so interessant -einer meiner "all-time-favourites"! Ein weiteres Tüpfelchen auf dem i: wie der Film zeitlos schön ist, so ist es auch die Klasse-Filmmusik aus den 80ern, u.a. mit den Pointer Sisters. Wer Filme ähnlicher Thematik wie "Jenseits der Stille" mag, ist hier bestens bedient! Liebe braucht mehr als Worte!