Die hilfreichsten Kundenrezensionen
|
|
49 von 50 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Traumhaft, vielschichtig, ungewöhnlich, warmherzig., 13. November 2003
Ich habe den Film mit meinen beiden Jungs im Kino gesehen, und - ganz ehrlich - mich entschlossen, spätestens mit Erscheinen von Chihiro auf DVD einen DVD-Player anzuschaffen. Der Film ist meisterhaft in jeder Hinsicht, und ich bin keiner, der sonst auf japanische Animation stehen würde. Nicht zu unrecht gewann der Film den Oscar vor seinen populären Konkurrenten wie Ice Age oder Disneys Schatzplanet. Angefangen von der traumhaften Musik - alleine deswegen DVD mit Anschluss an vernünftige Boxen! - über die Originalität der Handlung bis hin zur Vielschichtigkeit der Charaktere - dieser Film ist ein großes Werk des ohnehin genialen Zeichners Miyazaki. Es gibt in diesem Film nicht DIE bösen und DIE guten Charaktere - was zunächst bedrohlich erscheint, kann sich als hilfreich entpuppen, was freundlich ist, kann Gefahr bedeuten. Chihiro macht einen Wandel durch, sehr liebvoll und glaubhaft dargestellt. Die ersten 30 Minuten sind dabei - dies als Warnung - für kleine Kinder sehr schwer durchzuhalten, wenn sie zunächst aus ihrer Welt gerissen wird, ihre Eltern ihr nicht mehr beistehen können und überall Fremdes und Gefahren lauern. (Mir ist nicht ganz klar, wieso der Film ohne Altersbeschränkung freigegeben wurde). Chihiros Reise beginnt gehetzt und verwirrend, und erst am nächsten Tag, als sie zur Ruhe kommt und die Sonne scheint und sie Hilfe gefunden hat, brechen ihre Emotionen durch, scheint sie das Ausmaß zu begreifen, was passiert. Für den Zuschauer, der eher an die glatten Abläufe der Disney-Filme gewöhnt ist, kommt dies überraschend und ist um so ergreifender. Miyazaki lässt der Figur die Zeit, sich zu entwickeln, die Gefühle und Gefühlsausbrüche wirken nicht schablonenhaft und zweidimensional, und das gibt den Charakteren eine Authenzität, die erstaunlich ist angesichts des Handlunsrahmens! Und das geht nicht zu Lasten der Originalität und Atmosphäre dieser Zauberwelt! Miyazaki sagte (sinngemäß) in einem Interview, er habe diese Geschichte für ein verwandtes Mädchen kurz vor der Pubertät geschrieben als Ermutigung, sich den Dingen im Leben zu stellen und der eigenen Kraft zu vertrauen. Er hat einen meisterhaften Film dafür gemacht, der sich wohltuend abhebt von allem, was das Genre in den vergangenen Jahren zu bieten hatte.
|
|
|
21 von 21 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Eine wundervolle Reise, 18. Mai 2006
Ich habe selten einen so schönen Film gesehen.
Kurz etwas zur Geschichte: Die kleine Chihiro ist mit ihren Eltern unterwegs in ihr neues Zuhause. Auf dem Weg dorthin nimmt der Vater eine Vermeintliche Abkürzung und bleibt vor einem Tunnel stehen, den die junge Familie durchschreitet. In einem kleinen Dorf wirkt alles wie ausgestorben, es gibt aber reich gedeckte Tische. Und da Chihiros Vater genug Geld bei sich hat, hauen Papa und Mama kräftig rein. Und so beginnt das Unheil...
Der Film verrückt den Zuschauer mit einer nicht endenden wollenden Welle an Phantasie. Wieder einmal ist es dem Studio Ghibli gelungen eine unendlich schöne Geschichte in unfaßbar traumhaften Bildern zu erzählen und dabei einige der liebevollsten Charaktere zu schaffen, die die Zeichentrickgeschichte je gesehen hat. Geister, Hexen, Drachen, Rußtierchen... es wird alles geboten, aber auf eine Art und Weise, die fast schmerzhaft schön ist. Die kleine Chihiro ist dabei niemals albern, im Gegenteil! Man fühlt mit ihr und kann sich wunderbar in alles hineinversetzen.
Übrigens begeistert in der deutschen Synchronisation Nina Hagen als die Stimme der Hexe Yubaba und deren Schwester Ziniba. Ein Film, den sich niemand entgehen lassen darf! Der Film wurde nicht umsonst mit den goldenen Bären und einem Oscar ausgezeichnet.
Ganz große Kino!
Die Extras sind in dieser Version mit Trailern und einem Making-of der Synchronisation eher kurz gehalten. Die deutsche Freigabe für jedes Alters schätze ich schwierig ein. Es sind zwar keine Gewaltszenen enthalten, die skurrilen Figuren sind aber vielleicht nicht jedes Kindes Sache. Ich denke, 7 Lenze sollten es schon sein.
|
|
|
17 von 17 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Ein weiterer Grund, Zeichentrick zu mögen, 7. Januar 2004
Das besondere an diesem Film ist seine Intensität bezüglich der dargestellten Welt und ihrer Charaktere; als ich ihn das erste Mal im Kino sah, wusste ich nicht, dass Chihiro sich in ein Badehaus verirren würde - und tatsächlich fällt dieses Wort erst, als das kleine Mädchen vor der Besitzerin steht und um Arbeit bittet. Und so wird "Chihiros Reise ins Zauberland", obwohl er scheinbar zum Ende hin abflacht, nie wirklich langweilig. Man entdeckt mindestens vier subjektive Höhepunkte, die allesamt die Story miteinander verbinden: die erste Begegnung mit der Hexe Yubaba, die Reinigung des Flussgottes, die Läuterung des Ohngesichts und die Befreiung Hakus. Diese Hot Spots sind genial miteinander verknüpft, man bekommt das Gefühl einer "runden Sache". Überhaupt umfasst der Film mehrere wichtige und "erwachsene" Thematiken, weit ab vom Kitsch Disneys (von denen man behauptet, sie hätten die Romantik gekauft und ausgeschlachtet). So ist zum Beispiel die Problematik der Umweltverschmutzung ein wesentlicher Aspekt, aber auch und vor allem ist es die Faust-ähnliche Entgrenzung Chihiros, die den Hauptteil des Streifens einnimmt: anfangs ängstlich und tollpatschig, später immer mehr mutig und reif; anfangs die schützende Enge des Autos (gelenkt vom unvorsichtigen Vater), später die weite, weite Welt in einem Meer (Sinnbild für hunderte von Dingen in diesem Film) - eine Reise mit ungewissem Ziel; anfangs das Gefühl von Ungeliebtheit und Einsamkeit, am Ende die (fast schon erkämpfte) Liebe unterschiedlichster Wesen im "Labyrinth"-mäßigen Ausmaße.Der Film ist für Kinder absolut geeignet, kann aber erst von einem Erwachsenen richtig genossen werden. ;-)
|
|
|
Die neuesten Kundenrezensionen
|