Die beste Künstlerbiografie schreibt eine erfolgreiche Karriere, auf die man bereits zurückblicken kann. Eben diesen Umstand machen sich immer wieder neu formierte Supergroups zu nutze und rühmen sich mit Titeln und Tonträgern, die sie einst in einem Land vor unserer Zeit eingespielt haben. Doch nicht selten geht dieser Schuß nach hinten los. Aber Sarkasmus beiseite - im Falle von "Chickenfoot" wählt man nicht nur einen, aus Marketingsicht, wenig reißerischen Namen, sondern hat es auch sonst nicht nötig sich erst über ein neues, kommerziell aufgezogenes Bandprojekt zu profilieren. Drummer Chad Smith ist mit den "Red Hot Chili Peppers" immer noch dick im Geschäft, Sammy Hagar und Michael Anthony haben sich mit "Van Halen" ihre Sporen verdient und Nachfolger inspiriert, sowie Gitarrenvirtuose und Kurzzeitmitglied von "Deep Purple" Joe Satriani, der seine ganz eigene Musikgeschichte geschrieben hat. Hier treffen Vollblutmusiker aufeinander, die es gemeinsam noch einmal wissen möchten.
Spaß steht dabei im Vordergrund und so glänzt das selbst betitelte Debüt mit ausgelassener Spielfreude und zünftiger Gangart. Ob nun Rock'n'Roll oder doch Hard Rock - "Chickenfoot" wandeln auf Led Zeppelins Spuren ohne diese aber mit ihren eigenen verwischen zu können. Dennoch lebt das Album von der individuellen Klasse der Einzelnen, die sich gekonnt zu einem größeren Ganzen zusammenfügen. Im Schnitt mit 5 Minuten Länge befindet sich lediglich 1 Ballade (Learning to fall) unter den 11 Songs. Man lässt viel lieber die Gitarren klingen, das Schlagzeug und Bass als pulsierenden Rhythmusmotor fungieren und Hagars markant-krächzige Stimme, die man durch "Van Halen" Hits wie "Why can't this be love" oder "Right now" kennen und lieben gelernt hat, als Zirkusdompteur in ihrer Mitte stehen. In jeglicher Hinsicht klassisch aufgezogen, angereichert mit viel Blues, Funk und sogar Southern Rock Elementen, doch mit dem Blick auf das Hier und Jetzt.
Anspieltipps: "Sexy little thing", "Runnin' out" und "My kinda girl"