Moment, Moment, so schlimm ist's natürlich nicht, aber das war mal ein genialer Spruch.
Und wo wir grade von "genial" sprechen: Chicken Run ist definitiv und zweifelsohne der beste, witzigste und sehenswerteste Film, den die beiden Knetgummi-Gurus Rick Park und Peter Lord jemals durchgezogen haben.
Für alle folgenden Exzesse chauvinistischer und sonstiger Art entschuldige ich mich an dieser Stelle gleich im Voraus.
Die Story ist, wenn man mal von der mehr schlechten als rechten Dutzendware amerikanischer und britischer Kriegsgefangenenlagerfilme aus den 1950er bis -60ern absieht, recht leicht erklärt:
Die Hennen Ginger (die Ausbrecherin), Bunti (die gefiederte Wuchtbrumme), Mac (in der deutschen Version ein Kaaskoppje, im Orginal Schottin), Babs (das dumme Huhn par excéllence), der alte Kampfhahn Fowler (passender Name - schaut ins Wörterbuch) und 50 andere Hennen wollen von ihrer Farm flüchten.
Dummerweise wird der Laden von der perfiden Gummistiefel-Domina Mrs. Tweedy und ihrem Mann - dessen IQ irgendwo zwischen einer Tiefkühlpizza und einem Schluck Mineralwasser liegt - geleitet und bisher endete jeder Fluchtversuch entweder in Einzelhaft für Ginger oder einer Einladung zum Abendessen für eines der Hühner (als Hauptgang).
In dieser Situation fällt im wahrsten Sinne des Wortes der amerikanische Hahn Rocky Rhodes vom Himmel, der - von allen Hennen als flugfähiger Retter in der Not gefeiert - den Ladies beibringen soll, wie sie die Flatter machen können.
Leider stellt sich schon bald heraus, dass Rocky lediglich ein getürmter Zirkus-Hahn ist und den Hühnern die Zeit davonrennt, da Mrs. Tweedy den Plan fasst, alle Hühe zu Pastete zu verarbeiten.
Ob und wie die Hennen jetzt ihrem Ende in der britischen Küche (die meines Erachtens sowieso kein lebendes Wesen verdient hat) entkommen können, ist ein Paradebeispiel britischen Humors, hervorragender Tricktechnik und einigen Brüllern, die jeden normalen Menschen mindestens drei- bis zehnmal vom Sofa fegen.
Ich persönlich kann mich jedenfalls nicht mehr daran erinnern, wann ich jemals zwischen Magic Movie von 1985 und diesem Streifen so sehr Tränen gelacht habe.
Es sei an dieser Stelle nur so viel verraten: auf die Art und Weise, wie die Hennen letztendlich den entscheidenden Fluchtversuch unternehmen, wäre abgesehen von Willy Messerschmidt niemand gekommen.
Denn immerhin sagte dieser Mann bereits: "Mit dem richtigen Triebwerk fliegt sogar ein Scheunentor!"
Natürlich bekommt auch Mrs. Tweedy ihr Fett weg (wie passend), während Mr. Tweedy nach wie vor geistig nur ein Paddel im Wasser hat.
Was die DVD an sich angeht, wird der Käufer mit der standardmässigen Packung an Bonusmaterial versorgt (Teaser, Trailer, Blick hinter die Kulissen, Filmographien und ein Quiz), wobei hier besonders der US-Trailer "Chicken Impossible C:R-1" und das Interview mit Ingolf Lück erwähnenswert sind.
Schliesslich outet sich Herr Lück trotz seiner physiognomischen Ähnlichkeiten mit einem Huhn (Nase = Schnabel) als überzeugter Hühnerhasser.
Wer einen garantierten Unterhaltungserfolg sucht, dessen Wieder-Mal-Anschauen-Wert auf einer Skala von 0 bis 100 bei 150 liegt, sollte Chicken Run gleich in den Warenkorb klicken.
Ich persönlich muss zum Schluss aber noch Folgendes zugeben:
Wenn ich mir das Verhalten der Hühner ansehe (Bunti: "Keine Panik!" - Schrecksekunde - Alle Hühner: "Wäääääääääääääääääääääähhhh!!!!"), oder wie es Babs schafft, ihre Handtasche mit zehnmal mehr Sachen vollzustopfen, als logisch eigentlich reinpassen sollte und könnte (meine Mutter kann das auch...) - und generell das Chaos betrachte, dass auf der Hühnerfarm herrscht - wird mir eines klar:
Eine Hühnerfarm und ein Frauenknast sind ein und das selbe!
In diesem Sinne,
geniesst den Film!!!
P.S.: feministische Drohbriefe und verbale Watschen bitte an meine E-Mail-Adresse