Schwer, an die bisherigen Erfolge der Band anzuknüpfen. Hitverdächtiges Material wird stets an "If You leave me now" vom 10. Album gemessen; dazu die Unsicherheiten nach dem Tod von Terry Kath, der bis 1978 mit Stimme und Gitarre wichtige Impulse für Chicago setzte. Zudem schien Musik mit Gebläse 1980 out zu sein. Daher: die 14 ist sicher kein geeignetes Einsteigeralbum für Chicagointeressenten. Es lässt aber die Möchtegerne-Hitproduktionen 19 und 21 weit hinter sich und beinhaltet Songs, die dem Liebhaber handgemachter Musik Freude bereiten.
Die Gitarre übernimmt u.a. Chris Pinnick, der zwar nicht in der Stammbesetzung gelistet wird, jedoch sehr hörenswerte rockige Soli einbringt. Die Mischung zwischen Rock, Balladen und Midtemposongs stimmt; wie gewohnt werden die Songs gewürzt mit stimmigen Chorsätzen und ausgefeilten Bläserarrangements. Einzig die teilweise willkürlich anmutenden Fade Outs lassen etwas Irritation aufkommen.
Fazit: wer seine Chicago-Sammlung um ein hörenswertes Album ergänzen möchte, liegt hier richtig. Der Newcomer sollte - je nach Geschmack - mit den poppigen Alben 10, 16 oder 17 starten; der jazzige Musikliebhaber mit den Alben 2, 5, 7; der rockige mit 1, 30 oder 32.