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Produktinformation
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Chess Openings for Black, Explained gives you a complete repertoire of carefully selected, interrelated openings. Three-time U.S. champion and master teacher Lev Alburt, along with his grandmaster co-authors, provides everything you need to know to defend with confidence against each and every one of White's first moves. This second edition is fully updated to reflect new developments in chess during the last three years, thoroughly grounding the player in the grandmaster-openings of modern chess, teaching you the opening that scores highest against White on a master level. Fully illustrated with two-color chess diagrams throughout.
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Besonders gut gefallen mir die Kapitel zum Nimzo- und Bogo-Inder, in denen viele neue Ideen, typische Pläne und Manöver vermittelt werden. Am Ende eines jeden Kapitels gibt es Kurzzusammenfassungen und Beispiele für Fehlbehandlungen
der vorgestellten Systeme ("Memory Markers"); zu Beginn der Kapitel findet man eine Übersicht über die vorgestellten Eröffnungsvarianten, die meines Erachtens aber noch besser herausgestellt hätte werden können.
Was ist nun konkret zum empfohlenen Repertoire zu sagen? Ich würde es in erster Linie Spielern mit einer Stärke von Elo 1700-2100 empfehlen, aber auch bessere werden die eine oder andere neue Idee oder gar Neuerung zu schätzen wissen.
Das Repertoire an sich ist sehr solide, was vor allem beim Spiel gegen Stärkere von Vorteil sein kann. Auf der anderen Seite finde ich, dass es Schwarz in vielen Maroczy-Aufbauten des beschleunigten Drachen schwer fallen wird, über ein Remis hinauszukommen. Zu oft kann ein friedliebender Anziehender
ein Mittel- bzw. Endspiel mit ungleichen Läufern herbeiführen, was zwar nicht immer, aber häufig eben doch zur Punkteteilung führt. Im Beispiel zwischen Rowson und Malakhov, Selfloss 2004, das von den Autoren präsentiert wird, hätte Rowson ein solches Endspiel herbeiführen können, wollte mit seinem Läuferpaar
anscheinend aber auf Sieg spielen und verlor schliesslich. Ob sich eine solch remisverdächtige Eröffnung wie der beschleunigte Drache also zum Spiel gegen Elo/DWZ-Schwächere eignet, bezweifele ich. Aber wer partout auch mit Schwarz
auf Gewinn spielen möchte/muss, muss sowieso grössere Risiken eingehen. Vielleicht hätte hier eine schärfere Alternativvariante geholfen, wie sie John Watson in seinem "Play the French" regelmässig gibt, aber dann wäre die
Seitenzahl wohl schnell auf 900 bis 1.000 angestiegen... Auf der anderen Seite hätte man auch etwas "Ballast" abwerfen können, beispielsweise indem man auf die Vorstellung der gängisten Eröffnungen gegen die üblichsten weissen
ersten Züge verzichtet hätte. 30-40 Seiten hätten so eingespart werden können.
Eine schärfere Spielweise wird dann jedoch als einzige (!) gegen den Trompowski-Angriff empfohlen: 1. d4 Sf6, 2. Lg5 und nun 2. ...c5. Ich finde, 2. ...e6 wäre eher im soliden Rahmen des vorgestellten Repertoires gewesen, zumal man nach 2. ...c5 schon wissen sollte, wie man mit dem eventuell verdoppelten
f-Bauern spielt und ob man sich auf diesen überhaupt einlassen möchte.
Genug nun aber der Kritik! Wer auch nur eine der obigen Eröffnungen in seinem Repertoire hat, kann hier bedenkenlos zugreifen - er wird doch reichlich mit gutem bis sehr gutem Material versorgt, was auch für den teils hohen Preis
entschädigt. Wer mit Schwarz gute Waffen gegen Colle, Torre und gegen die Anti-Sizilianer sucht, wird hier ebenfalls fündig werden! Als Gesamt-Repertoire für Schwarz sicherlich ein gutes Buch, das (natürlich) auch leichte, aber verdauliche Schwachstellen hat. Kein Buch ist halt perfekt und jedem kann (und soll!) man es sowieso nicht Recht machen!
PS: Ach ja: Die Autoren "übersehen" 1. d4 Sf6, c4 e6, Sc3 Lb4, Sf3 nebst entweder Lg5, g3 oder Db3!? Sie geben allein die Züge 4. Lg5, 4. Db3 und 4. g3. Dass 4. Sf3 durchaus ein eigenes System darstellt, in dem konkretes Variantenwissen von Vorteil sein kann, zeigt Chris Ward in seinem guten Buch "Nimzo-Indian Kasparov-Variation"! Ich konnte übrigens auch keine einzige Empfehlung für Schwarz gegen Katalanisch finden, wobei z. B. 3. ...Lb4+ nach 3. g3 nicht notwendigerweise in den Bogo-Inder übergehen muss. Das kann ja vielleicht in einer zweiten Auflage berücksichtigt werden?!
Die Gestaltung des Buches ist recht übersichtlich, in einzelnen Kapiteln werden die verschiedenen Eröffnungen behandelt, viele Diagramme verbessern die Übersicht. Am Ende eines jeden Kapitels gibt es sogenannte "memory markers", eine Art Kontrollfragen.
Für Schwarz werden gegen 1. e4 das beschleunigte Fiancetto im Sizilianer behandelt (1. e4 c5 2. Sf3 g6), gegen 1. d4 fällt die Wahl auf Nimzo-Indisch (1. d4 Sf6 2. c4 e6 3. Sc3 Lb4) und Bogo-Indisch (1. d4 Sf6 2. c4 e6 3. Sf3 Lb4+). Positiv fällt auf, dass auch seltene Abspiele wie z.B. Trompowsky Angriff und Colle behandelt werden, die Autoren haben sich redlich um ein vollständiges und gesundes Repertoire für Schwarz bemüht.
Bei Englisch fällt die Wahl auf die Symmetrievariante 1...c5 mit baldigem Läuferfiancetto (g6, Lg7), was häufig Übergänge zum Sizilianer mit beschleunigtem Fiancetto ermöglicht, falls Weiß e4 spielt. Die Auswahl der Systeme für Schwarz ist darauf ausgelegt, Übergänge und ähnliche Stellungsbilder wie in anderen Eröffnungen zu erreichen und auch unnötiger Theorie aus dem Weg zu gehen.
Positiv an diesem Buch ist die Übersichtlichkeit und die Auswahl eines gesunden Repertoires für Schwarz, es wird eine Vielzahl an Eröffnungen vorgestellt. Die grundlegenden Ideen der Eröffnungen werden erklärt. Teilweise verlieren sich die Autoren aber in zu langen Abspielen mit zu wenig Nebenvarianten, so wird z.B. beim Abspiel 4. a3 im Nimzo-Inder eine 24-zügige Variante angegeben, die mit der Bemerkung "black is fine" endet. Erklärt werden die Eröffnungszüge, so wie es der Titel verspricht, nicht immer. Für bessere Vereinsspieler (ab etwa 1800 DWZ) dürfte das weniger ein Problem darstellen, unerfahrene Spieler könnten an manchen Stellen Probleme haben.
Insgesamt kann ich dieses Buch für Schachspieler empfehlen, die bereits über gewisse Grundkenntnisse verfügen und an ihrem Eröffnungsrepertoire für Schwarz arbeiten möchten. Vor allem die Behandlung des Schwarz-Repertoires von 1. d4 überzeugt.
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