Arjouni gehört zu den Autoren die ich immer lese wenn ein neues Buch herauskommt. Eigentlich mehr wegen des Humors als der literarischen Erbauung. Seine Geschichten sind immer sehr amüsant. Zunehmend entwickelt sich Arjouni aber zu einem ernsthaften Autor. Das dämmt den Humor in seinen Büchern ein. Bei dieser Neuerscheinung dümpelt die Geschichte so vor sich hin, man denkt sich das die ostdeutsche Milieubeschreibung eigentlich bei Clemens Meyer besser aufgehoben ist. Doch dann mündet die Story in einem furiosen Finale auf den letzten 25 Seiten und man begreift, dass alles andere in diesem Buch nur die Vorbereitung auf den Schluss war. Dabei rumst es dann so gewaltig und die Beschreibung ist so hervorragend, dass man das Buch am Ende völlig aufgepeitscht und aufgewühlt weglegt. Das ist fast so wie bei Nabokov. Man liest Seite um Seite und plötzlich mündet alles in einem phantastischen Knall. Ich möchte Arjouni nicht mit Nabokov vergleichen, aber der Effekt am Ende eines Erzählstrangs ist ähnlich stark. Dabei gibt es mehrere Sätze, die man aufgrund der Intensität gleich mehrfach liest. Insofern ist Arjouni seiner persönliche Weiterentwicklung als Autor wirklich geglückt. Das Buch ist insgesamt relativ kurz, man kann es nebenbei mal einschieben und für den grandiosen Schluss lohnt es sich auf alle Fälle. Insgesamt gilt für mich, dass Arjouni nie eine Enttäuschung ist.