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Produktinformation
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Denn schon bald nimmt die unbekannte Frau, von der sich auch schon sein toter Klient bedroht fühlte, mit ihm Kontakt auf: Remember St. Kilda. Die unbekannte Dame erweist sich als eine knallharte MordMaschine mit System. Allen Leichen, die ihren Weg pflastern, gibt sie immer diese Botschaft mit. Der Fall läßt Cheng nicht mehr los. Doch als er der brutalen Dame zu nahe kommt, kann er dem Tod nur knapp von der Schippe springen - muß dafür jedoch die ein oder andere Körperfunktion lassen.
Ein Zufall bringt Cheng weiter, denn in einer Bibliothek beobachtet er einen Mann, der nach einem Buch sucht, der Titel lautet: St. Kilda. Der Privatdetektiv heftet sich an dessen Fersen und landet schließlich in der feinen Gesellschaft zwischen Medizinern und Anwälten, die jedoch alles andere als saubere Westen vorzuweisen haben. Cheng ist wirklich ein bitterböser Krimi, gespickt mit komischer und absurder Phantasie. Die Geschwindigkeit der Schreibe von Heinrich Steinfest läßt sich vergleichen mit einer Abmoderation von Dieter-Thomas Heck, damals, zu den guten, alten Zeiten der ZDF-Hitparade: staccato und presto.
Wahre Kleinode findet man in den verbalen Quasi-Dreisätzen, mit denen der Autor zu irrwitzigen wie auch philosophisch ziemlich abgefahrenen Schlüssen kommt. Was wiederum dem Leser neue Erkenntnise über die österreichische Bevölkerung liefert: So zum Beispiel das dortige Alkoholproblem, die göttliche Besonderheit des österreichischen Zorns, das Machtpotential ehemaliger Abfahrtsweltmeister oder die biblische Rolle österreichischer Jäger. Cheng - ein rabenschwarzes und skurriles Feuerwerk. --Susanne Solau -- Dieser Text bezieht sich auf eine vergriffene oder nicht verfügbare Ausgabe dieses Titels.
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All das ist aber letztlich nur Rahmen für die wunderbar stichelige Analyse der Gesellschaft, die zwischen den Zeilen liegt. Meistens in Klammern oder Nebensätzen wie "Die letzten Kleriker kamen gerade aus den Bordellen, als Cheng sich aufmachte..." finden sich durchgehend subtile Seitenhiebe auf die Wiener Schickeria und Gesellschaft, die sich ohne weiteres auch auf Deutschlands Klüngel übertragen lassen. Seien es die diversen illustren Professoren, Bürgermeister, gelangweilten Ehefrauen, Hausmeister, Gemüsehändler oder - doch speziell österreichisch - arroganten Ski-Abfahrtsweltmeister. Kleine Exkursionen zum Mär von der Pressefreiheit oder den "Skandalaufdeckungsplanern der Politik" vervollständigen das Bild. Zwischendurch lässt sich Steinfest auch mal über die verdeckten Vorteile von Flugzeugabstürzen aus uvm.
Also nonstop lustig, sarkastisch, mit feiner Beobachtung von Land und Leuten geschrieben und Pflicht für alle, die nicht zum Lachen in den Keller müssen. Spielplatz ist Wien und diverse oberflächliche Schickeria-Parties. Gerade für diejenigen, die keine Krimis mögen und trotzdem mal einen lesen wollen, ist "Cheng" eine Versuchung wert!
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