Für wen eignet sich ein Buch, das sich auf den ersten Blick mit einem derart speziellen Thema befasst? Wer hat schon Spaß daran, mit Chemie herumzuexperimentieren?
Als erste Zielgruppe werden Lehrer angesprochen, die anhand der dargestellten Experimente nicht nur den Schülern die Möglichkeit geben können, selbst, vielfach auch zu Hause, die Natur auf ihre Bestandteile und Funktionen zu untersuchen, sondern zugleich das Rüstzeug erhalten, um fachübergreifende Zusammenhänge zu vermitteln. Gerade in der Naturstoffchemie liegen Biologie Chemie sehr dicht beieinander. Der Autor ergänzt den naturwissenschaftlichen Aspekt durch Historie, also Geschichte, Literatur beziehungsweise Lyrik der die Natur als eine der Hauptvorlagen dient und Medizin in Form der traditionellen Volksheilkunde. Diese Zusammenhänge sind gerade für heutige Schüler von großem Interesse, die zur Botanik nur noch einen geringen Bezug haben.
Somit eignet sich dieses Buch mit seinen einfachen, ohne großen materiellen und apparativen Aufwand durchführbaren Experimenten vorzüglich für den Unterricht und für schulische Projekte. Doch auch Jugendliche, die von sich aus naturwissenschaftliches Interesse hegen und gern experimentieren, können durch die im Buch beschriebenen und, wo nötig, auch interpretierten Versuche gefahrlos und ohne erhebliche Investitionen Erkenntnisse gewinnen und sich für eigenständiges wissenschaftliches Arbeiten inspirieren lassen.
Nicht zuletzt bereitet das Buch sicher Hobby-Botanikern Freude, die nicht nur an der Systematik der Pflanzen interessiert sind, sondern auch an deren Biochemie und kultureller Bedeutung.
Georg Schwedt hat mit seiner Chemie für alle Jahreszeiten ein Buch vorgelegt, das Natur und Naturwissenschaften für jeden Interessierten mit schulüblicher Vorbildung dank einfacher, billiger und überall durchführbarer Experimente nachvollziehbar und begreiflich macht. Darüber hinaus vermittelt der Autor, ein Chemiker, dem Leser Achtung und Freude vor beziehungsweise an der Pflanzenwelt. Chemie und Natur: kein notwendiger Widerspruch, sondern zwei Aspekte unserer Umwelt, die oft genug ineinander übergehen.