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Chemie-Rekorde: Menschen, Märkte, Moleküle
 
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Chemie-Rekorde: Menschen, Märkte, Moleküle [Taschenbuch]

Rüdiger Faust , Günter Knaus , Alfred Maelicke , Ulrich Siemeling , Hans-Jürgen Quadbeck-Seeger
2.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (1 Kundenrezension)
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Produktinformation

  • Taschenbuch: 411 Seiten
  • Verlag: Wiley-VCH Verlag GmbH & Co. KGaA; Auflage: 2. Auflage (26. August 1999)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3527298703
  • ISBN-13: 978-3527298709
  • Größe und/oder Gewicht: 17 x 24,4 x 2,2 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 2.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (1 Kundenrezension)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 617.790 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)
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Produktbeschreibungen

Aus der Amazon.de-Redaktion

Eine Neuauflage schon nach zwei Jahren zeugt vom Erfolg dieses Guinness-Buches der Moleküle. Was macht seinen Charme aus? Das Buch ist eine Kreuzung aus Nachschlagewerk und Schmöker, das Wirtschaftsdaten mit Infos aus dem Innenleben von Molekülen abwechselt und den Leser immer wieder zum Staunen bringt. Vom chemisch vorgebildeten Laien bis zum Vollblutchemiker -- jeder Chemieliebhaber wird einen Themenschwerpunkt finden, der ihn ganz besonders anzieht und zum Ausgangspunkt für eine ausgedehnte Schmökerrunde wird. Und die verschiedenen Disziplinen der Atom- und Molekül-Olympiade (Größe, Härte, Koordinationszahl, Symmetrie, Sprengkraft und viele, viele mehr) werden sicher auch manch spannenden Ansatzpunkt für den Chemieunterricht liefern. Die Neuauflage wartet neben etlichen Aktualisierungen und Ergänzungen insbesondere mit einem deutlich breiteren Biochemie-Part auf.

Nun aber ein paar Rekord-Beispiele: Wasserstoff ist Doppelsieger in der Disziplin Größe. Er hat den kleinsten Atomradius, aber elektronisch hoch angeregt in interstellaren Nebeln bringt er es mit 0,339 mm auch auf den größten bisher beobachteten Atomradius. Inoffizieller Spitzenreiter der Sportart Hochsprung der Kristalle ist die Legierung MnCoGe mit einer Rekord-Springhöhe von 30 cm. Grund für die ungewöhnliche Leibesübung ist ein temperaturabhängiger Phasenübergang, der starke mechanische Spannungen zwischen einzelnen Kristalllagen erzeugt. Kleinste Mengen, größte Wirkung: In dieser Disziplin sind Pheromone die absoluten Meister. Schwer zu glauben, was wir hier so nebenbei erfahren: Sowohl Motte als auch Elefant verbreiten dasselbe Pheromon, um ihre Paarungsbereitschaft zu signalisieren.

Im Bereich der Arzneimittel hält Aspirin die Rekorde als bekanntestes und meistverkauftes Medikament. Über 40.000 t werden jährlich eingenommen.

Besonders beeindruckt die (seit der Erstauflage deutlich gewachsene) Auflistung der "Mega-Deals" seit 1996, die die jüngste Flut von Fusionen, Spin-offs und Börsengängen in der Chemischen Industrie nochmals vor Augen führt. Der Anhang stellt alle Nobelpreise in Chemie, Medizin/Physiologie und Physik zusammen und wartet mit einem chemiehistorischen Kalender auf. Fast für jeden Tag des Jahres findet sich so ein Vorwand zum Feiern. --Kristin Mädefessel-Hermann

Neue Zürcher Zeitung

Chemie-Rekorde

Das erste Chemiepatent überhaupt wurde 1790 in den USA für ein verbessertes Verfahren zur Darstellung der Pottasche erteilt; erst 1877, nach Gründung des Kaiserlichen Patentamts in Berlin, wurde das erste deutsche Chemiepatent für ein «Verfahren zur Herstellung einer rothen Ultramarinfarbe» erteilt – eine Erfindung, die auf die damalige Bedeutung der chemischen Industrie in Deutschland hinweist. Inzwischen ist keine deutsche, sondern eine skandinavische Firma der grösste Produzent von Ammoniak, der wichtigsten Grundchemikalie. Auch bei der weltweiten Vitaminproduktion rangiert eine deutsche Firma heute erst auf Platz zwei, hinter Hoffmann-La Roche. Und während das erste gentechnisch hergestellte Arzneimittel (das menschliche Hormon Insulin) 1982 in den USA zugelassen wurde, so handelt es sich bei dem von Bayer produzierten Blutgerinnungsfaktor VIII um das erste gentechnische Produkt aus tierischen Zellkulturen. Solche Rekorde aus der chemischen Forschung und Industrie sind neben solchen aus der Geschichte der Chemie in einem Buch gesammelt, das sich mit knappen, präzisen Informationen als Einführung ebensogut wie als Nachschlagewerk eignet.

Stefana Sabin


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8 von 14 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Masse statt Klasse 7. Dezember 1999
Von Ein Kunde
Format:Taschenbuch
Chemie ist eine faszinierende Wissenschaft. Die von den Chemikern aufgedeckten Gesetzmäßigkeiten zur Herstellung und Umwandlungen von Molekülen haben die Grundlage geschaffen für faszinierende Anwendungen chemischer Produkte in nahezu allen Lebensbereichen. Wo Licht ist, ist auch Schatten. Etliche Anwendungen chemischer Produkte haben zu Belastungen von Mensch und Umwelt geführt, die heute von der Öffentlichkeit nicht mehr toleriert werden. Damit wird die "Chemie" zum Gegenstand öffentlicher Auseinandersetzung. In diesem Streit um Vor- und Nachteile der Chemie sind Emotionen häufig entscheidender als Fakten. An diesem Punkt möchte das Buch "Chemie Rekorde" ansetzen. Es will zeigen, welche Beiträge die Chemie für die Menschheit erbringt und in welcher Weise die chemische Industrie die Lebensbedingungen unserer Zivilisation sichert.

Herausgekommen ist ein ungeordnetes Sammelsurium chemischer Kabinettstücke, deren Wert und Faszination sich nur dem Experten erschließt, garniert mit wenig reflektierten Daten zur wirtschaftlichen Bedeutung von einzelnen Chemikalien und Unternehmen. Verrührt wird diese Melange mit der aus der deutschen "Standort Diskussion" sattsam bekannten Polemik (Weltmeister bei Umweltschutzgesetzen und Arbeitskosten - gleichwohl führend im Export von Chemiegütern) Selbst auf eine Aktualisierung der Argumente wird verzichtet. (Pharmaforschung ist teuer, nur eine von 10.000 untersuchten Substanzen kommt als Arzneimittel auf den Markt - S. 18 - mit Hochleistungsscreening werden pro Tag 100.000 Subsatnzen geprüft - S. 19 - darf der Laie daraus folgern, daß jeden Tag 10 neue Medikamente gefunden werden?) In Anbetracht des beruflichen Hintergrundes des Herausgebers des Buches (ehem. Vorstandsmitglied der BASF) ist es verwunderlich wie konzeptionslos die wirtschaftlichen Fakten präsentiert werden. Die Hilflosigkeit im Umgang mit diesen Daten manifestiert sich auf fast schon tragik-komische Weise exemplarisch im Kapitel über die Biotech-Industrie. Die hier noch als europäischer Star gefeierte Firma Britisch Biotech ist zwischenzeitlich Gegenstand mehrerer Betrugsverfahren geworden und hat ihren Börsenwert auf ein Zehntel des im Buch genannten Wertes reduziert. Ratlos macht auch das Schicksal der "innovativsten Firma" im Pflanzenschutz, Novartis. Der Forschungsweltmeister der Jahre 1987 - 1997 mit 18 Produkteinführungen ist im Jahre 1999 ein Sanierungsfall und sucht sein Heil in einem Merger. Gleichwohl bemüht das Buch wiederholt die These, daß nur mit Innovationen die Zukunft von Unternehmen und Menschheit gesichert werden kann.

Wer das Buch liest, um die Faszination der Chemie nachvollziehen zu können oder sich mit den politischen, ökonomischen und gesellschaftlichen Konsequenzen der Chemischen Industrie auseinandersetzen möchte, wird enttäuscht werden. Zu mehr als Weihnachtspräsent von Chemieunternehmen wird dieses Buch nicht taugen.

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