Es fällt mir nicht leicht, zu dieser Video-DVD einen Kommentar abzugeben.
Als ich im April 2008 erstmals als Tourist nach Israel reiste, tat ich dies mit sehr gemischten Gefühlen, aber auch mit viel Neugier. Als Jugendlicher hatte ich viel von Judenverfolgung gehört, war fassungslos, was man dem jüdischen Volk angetan hatte. Später wurde mein Israel-Bild geprägt von den ständigen Mitteilungen über Terroranschläge, besetzte Palästinenser-Gebiete, über Kriege mit den arabischen Nachbarstaaten. Zunehmend erreichten mich Informationen über die politische Macht der "Israel-Lobby" in den USA. Wie also umgehen mit all diesen Vorab-Informationen?
Bringen wir's auf den Punkt: ich habe in Israel viele herzliche Menschen kennengelernt, ein Land, das mich faszniert hat, und die wenigen israelischen Soldaten an einzelnen Kontrollpunkten an der ägyptisch-isralischen Grenze sowie das Kontrollpersonal am Flughafen Tel Aviv gaben sich mir gegenüber ausnahmlos freundlich. Ich habe es sehr bedauert, nicht in die Palästinenser-Gebiete (Gaza-Streifen, West-Jordanland)gefahrlos einreisen zu können, um auch diese Menschen kennenzulernen.
Einzelne Checkpoints habe ich im Vorbeifahren aus der Ferne sehen können, offensichtlich wurden PKWs mit aller Gründlichkeit untersucht.
Hoffnung auf ein baldiges Ende des israelisch-arabischen Konflikts? Erst Wochen nach meiner Rückkehr kam ich dazu, mir die "Checkpoint"-DVD anzuschauen. Hier wird mit eindringlicher Klarheit dargestellt, wie Menschen, Menschen wie du und ich, durch junge, israelische Soldaten gedemütigt werden, wie tagtäglich der Hass geschürt wird. Diese DVD hat mein Verhältnis zum israelisch-arabischen Konflikt nachhaltig geprägt.
"Die bösen Israelis" oder "Die gefährlichen Araber" - das alles funktioniert nicht. Frieden kann nur von Innen beginnen, bei jedem Einzelnen. Es gibt Hoffnung auf Befriedung. Gegenseitige Missachtung und Hass sind auf beiden Seiten derart tiefsitzend, dass wirtschaftliche Hilfsprogramme allein nicht reichen werden. Respekt vor dem eigenen Leben und das jedes Mitmenschen ist der Ausgangspunkt für zukünfigen Frieden. Und genau hier setzt der Film an.