Rezension
Das Dokument einer geglückten Emanzipation weg von den Dogmen der Hochschule hin zu dem, was Jazz heute wirklich sein soll: frisch, modern, eigenständig. (Jazz thing 06/11)
So ist Checkpoint Jazz eine sehr beeindruckende CD geworden. Die Kompositionen habe Tiefe, Gewicht und die Musiker die nötige Reife, sie eindrucksvoll vorzustellen. (Jazzthetik 07/11)
Die ausgereiften und hoch interessanten Kompostionen ... geben die Grundlage für geschmackvolle Improvisationen, die zeitlos modern, aber nicht free sind. (Jazzpodium 06/11)
Kurzbeschreibung
Ganz schön bemerkenswert: das Kühntett gibt es seit 2005. Und bis zum heutigen Tage in unveränderter Besetzung. Das ist wahre Freundschaft. Und die Jungs wollten es von Anfang wissen, haben sich eingeschworen, den langen Weg zu Ruhm und Ehre konsequent durchzuziehen. Dafür wurden sie immer wieder belohnt. Am Wegesrand lasen sie ständig neue Auszeichnungen auf: 2006 den 2. Platz beim Internationalen Jazzpreis Biberach. 2007 den 2. Platz beim internationalen Jazz-Nachwuchswettbewerb Straubing. 2009 den 1. Platz beim Europäischen Nachwuchs-Jazzpreis in Burghausen und den 4. Platz bei der Jazz Hoeilaart Competition im benachbarten Belgien. Im gleichen Jahr nimmt Axel Kühn ganz nebenbei den Landesjazzpreis Baden-Württemberg entgegen. Im Jahr 2010 konzentrierte sich das Kühntett dann auf die Aufnahmen zu ihrem dritten Album Checkpoint Jazz , das wir hier vorstellen. Es ist keine typische Jazz-Quartett-Einspielung geworden. Dafür sorgen die guten Ideen des Kühntett bei Komposition und, vor allem, Arrangement. Die zusätzlichen Klangfarben machen den entscheidenden Reiz aus. So ist auf drei der insgesamt neun Stücke die Lap Steel Gitarre von Rüdiger Eisenhauer zu hören, bei einem dieser drei Tracks gesellt sich noch die Akustik-Gitarre von Fabiano Pereira hinzu. Bei drei weiteren Stücken wird das Kühntett vom Streichquartett Strings DeLuxe begleitet, deren Beiträge von Wolf Kerschek arrangiert wurden. Wolf Kerschek besitzt einen Klassik-ECHO, arrangierte bei der Fußball-WM 2006 die FIFA-Hymne und hat von Barbara Schöneberger bis Rammstein schon einigen sein Arrangement-Talent zur Verfügung gestellt. Das Kühntett selbst bezeichnet seinen Stil als Melodic Modern Jazz . Ihr melodischer Jazz ist tatsächlich modern in dem Sinne, dass sie sich unverkrampft auch anderen musikalischen Einflüssen öffnen und diese kongenial in ihr Gerüst einbauen, ohne den Jazz-Pfad zu verlassen. Axel Kühn ist im Hauptberuf Bassist des Kühntetts. Und er hat ein Hobby: noch mehr Bass spielen. Er begleitete Anne-Sophie von Otter und Peter Mattei im Mahler Chamber Orchestra, ist Mitglied im Chris Gall Trio, im Anne Czichowsky Quintett oder bei Boston Collective. Pianist Christoph Heckeler ging u.a. bei John Taylor, Tom van der Geld, Don Friedman und Adam Makowicz in die Lehre und sammelte erste Auftrittserfahrungen an den Seiten von Dave Liebman, Peter Herbolzheimer, Ack van Rooyen, Adrian Mears, Gunther Schuller u.a. Marcel Gustke trommelt nicht nur seit 2005 im Kühntett, sondern seit 2006 auch bei Barbara Dennerlein. Und weil er sich in allen Stilrichtungen zwischen Pop, Jazz, Soul und Funk wohlfühlt, hörte und sah man ihn bereits u.a. mit Cassandra Steen, Nils Landgren, Andi Maile oder Wolfgang Puschnig. Saxophonist Alexander Sandi Kuhn studierte am Bostoner Berklee College Of Music u.a. bei Frank Tiberi oder Joe Lovano und an der Staatlichen Hochschule für Musik und Darstellende Kunst in Stuttgart bei Prof. Bernd Konrad. Neben dem Kühntett widmet er sich seiner eigenen Band KuhnStoff und dem Boston Collective.