Mit Chattahoochee ist Mick Jackson ein erschütternd guter Film gelungen, bei dem am Ende nur Fassungslosigkeit beim Zuschauer zurück bleibt.
Zu Anfang des Films erfahren wir, dass der Protagonist Emmet Foley Soldat im Korea-Krieg war. Offensichtlich hat er Probleme sich in der Gesellschaft wieder zurecht zu finden. Er scheint innerlich tot und einziges Ziel für ihn ist es sich umbringen zu lassen, damit seine Frau das Geld von der Lebensversicherung bekommt. Er leidet an einem Kriegstrauma, aber will es werder sich selbst noch anderen eingestehen. Er veruscht durch anscheinend palnloses umher schießen in der Nachbarschaft die Polizei dauzu zu bringen ihn zu töten. Doch eigentlich ist dieses Verhalten ein Hilfeschrei und ein Zeichen dafür, dass er seelisch am Ende ist, aber das erkennt keiner.
Um die Probleme von Kriegsveteranen geht es zwar bei diesem Film nicht vordergründig, doch trotzdem wird kurz aber anschaulich gezeigt, was der Krieg an seelischem Schaden anrichten kann. Auch im Verlauf des Films wird durch Erzählungen Emmets angedeutet, dass der Krieg aus ihm einen gebrochenen Mann gemacht hat, z.B wenn er Walker (zu dem komme ich gleich noch mal) vom Sex mit seiner Frau erzählt.
Und so wie Emmet geht es vielen Krigsveteranen, auch aus anderen Kriegen wie dem Vietnam-Krieg, um eines der bekanntesten Beispiele zu nennen.
Nachdem seine Versuche sich erschießen zu lassen und sich selbst zu erschießen missglückt sind wird Emmet in eine Anstalt für Geisteskranke gebracht, aber auch da wird ihm nicht geholfen. Anstatt den Patienten zu helfen werden sie behandelt wie Vieh und sind der Willkür der Wärter ausgeliefert. Eindrucksvoll, aber zugleich erschreckend realistisch werden dem Zuschauer die Zustände in solchen Anstalten zu der Zeit um 1955 vor Augen geführt. Es ist kaum zu glauben wie Menschen mit Menschen umgehen und man fragt sich ob nicht die Wärter und "Doktoren" eingesperrt werden sollten, so wie sie mit menschlichem Leben umgehen. Zu keiner Zeit wirkt das Gezeigte überzogen oder unrealistisch, was vor allem an der lobenswerten schauspielerischen Leistung aller liegt.
Aber der Film beschränkt sich nicht nur darauf auf diese Zustände aufmerksam zu machen, sondern legt sein Augenmerk besonders auf die Entwicklung Emmets. Als er in Chattahoochee ankommt ist Emmet gebrochen und rennt vor sich selbst davon. Doch im laufe des Films ändert sich seine Einstellung. Zuerst dringt Walker, ein anderer Insasse, zu ihm durch und es entwickelt sich eine Freunschaft. Ihm gegenüber öffnet sich Emmet und redet sich seinen Frust von der Seele, auch wenn Walker nicht immer der beste Zuhörer ist.Dann, angetrieben durch die ständigen Drangsalierungen der Wärter findet Emmmet eine neue Aufgabe im Leben und somit auch neuen lebensmut, in dem er es sich zum Ziel macht auf diese menschenunwürdigen Verhältnisse aufmerksam zu machen.Immer wieder gibt es auch Anspielungen auf Gott und während seine Eltern für ihn beten, aber bis auf seine Schwester, nicht selbst zur Tat schreiten, entscheidet sich Emmet nicht länger darauf zu warten das Gott ihm hilft, sondern beginnt selbst zu handeln.
Alles in allem ist der Film fesselnd und lässt einen leicht verstörten Zuschauer zurück, der sich fragt wer wirklich die Verrückten sind.