Nicht viele Filme können von sich behaupten, realistisch, ehrlich und trotzdem wunderschön zu sein. Dies hier ist so einer, eine Perle im Hollywoodeinerlei, gedreht für schlappe 250.000$. Die Geschichte eines Comiczeichners, der sich in eine lesbische Kollegin verliebt und dadurch Gefahr läuft, seinen besten Freund zu verlieren, war der Durchbruch für Kevin Smith. Er erzählt von Liebe und wie unmöglich es für die meisten von uns ist, die Vergangenheit (egal, welcher Art sie ist) ruhen zu lassen und sich auf das zu konzentrieren, was wirklich wichtig ist. Holden McNeil (Ben Affleck) muß erkennen, dass er scheitern muß: an seinem engstirnigem Denken, seinem Besitzanspruch und an seiner Unfähigkeit, die Dinge so zu nehmen, wie sie sind. "Chasing Amy" ist vielleicht die beste Beziehungs(tragi-)komödie der letzten Jahre: ein witziges, geistreiches Drehbuch, tolle Darsteller (allen voran Joey Lauren Adams) und einen klasse Soundtrack. Überdies besitzt dieser Film eine emotionale Tiefe, die man dem amerikanischen Film fast schon absprechen musste. Es geht um Liebe, Freundschaft und Sex und wie der letztere doch alles zerstören kann, ohne wirklich eine Bedeutung zu haben. Großartiges Independentkino.