"Chasing Amy" sah ich das erste Mal durch Zufall mitten in der Nacht. Eigentlich schon im Halbschlaf wurde ich schnell vom Wortwitz und den Sprüchen der Charaktere aus dem Schlaf gerissen.
Genial witzige, vor allem aber auch wahre Dialoge wie in diesem Film habe ich selten gehört. Von ganz alltäglichen Dingen bis zu der Fragestellung ob Lesben wirklichen Geschlechtsverkehr haben wird fast alles abgedeckt was nicht nur Jugendliche interessiert. Sicherlich ist der Film äußerst lustig, aber auch psychologisch sehr interessant: Immer wieder analysieren sich die Charaktere gegenseitig und ihre Umwelt. Und spiegeln so sehr gut ihr Mileu wieder, aber auch ganz grundsätzliche Wesenszüge, die der Zuschauer bei sich selbst erkennen kann. Oftmals wird es sogar sehr nachdenklich, steigert sich bis ins dramatische. Und im nächsten Moment wird es wieder romantisch. Interessanterweise passt all dies in das Gesamtkonzept des Films. So richtig lässt er sich in die Genres nicht einordnen, aber gerade dadurch wirkt der Film so lebendig und lebensnah. Denn das Leben lässt sich auch nicht einfach in eine Kategorie einordnen.
Die durch "Jay und Silent Bob schlagen zurück" bekannten Charaktere tauchen auch hier auf. Allerdings nicht als mehr oder wenig Schwachsinnige, sondern als versteckte "Weise" die den Hauptcharakter (gespielt von Ben Affleck, trotzdem eine gelungene schauspielerische Leistung) wichtige Hinweise für die Liebe und das Leben an sich geben.
Trotzdem gab ich dem Film nur 4 Sterne. Nicht weil der Film einen etwas trashigen Look hat, dieser unterstützt das Szenario wunderbar, sondern weil manche Dialoge doch arg unter die Gürtelline gehen. Für mich nicht unbedingt ein Problem, da diese sehr ehrlich dargestellt sind, aber nicht jedermanns Sache, wenn man eine lockere Komödie, ein Drama oder eine Romanze erwartet!