... die Crookes mit ihrem Debüt, nach einer EP bereits im letzten Jahr, da hinterher jagen ist für Musikliebhaber, die die kleine Insel links oben von Europa für relevanter als den grossen Bruder auf der anderen Seite des Antlantiks halten, sehr schnell einsichtig. Es ist der Geist, der zum ersten Mal in Buddy Holly fuhr, in den 80ern dann in solche Band wie den Smiths - natürlich - oder Aztec Camera und in 90er auch solchen Bands wie Gene Seele einhauchte. Es ist ein altmodischer, zutiefst romantischer und musikalisch sehr konservativer Geist, der auf der Suche nach dem einen grossen Song ist.
'Chasing after ghosts' ist voller trauriger Geschichten und tragischen Charakteren, Szenen und Situationen die sehr einfühlsam und fast schon zu poetisch und intellektuell für eine so junge Band beschrieben sind. Die Songs sind in ihrem Kern simple, charmante (Brit)Popsongs, die sich aber manchmal etwas streuben, zu eingänglich zu sein. BLOODSHOT DAYS ist ein schönes Beispiel dafür. Der Chorus mit seinen süsslichen 'ba ba ba' backing vocals ist sehr einprägsam, die Band hält sich aber sehr im Hintergrund, etwas mehr Druck in der musikalische Umsetzung hätten hier fast sicher einen Indiehit produziert. Hightlights und Anspieltipps gibt es einige. I REMEMBER MOONLIGHT ist eine melodiöse Ballade, in der der Gesang immer sprüchiger und flüchtiger wird, und wunderbar untermalt, wie die Agony den Protogonisten übermannt. CHORUS OF FOOLS ist ein temporeicher Song, mit abwechselungsreicher treibender Gitarre. Gerade diese etwas schnelleren Songs haben einen herzlichen und emportragenden Charakter.
Hut ab vor diesem Debut. Die Crookes gebührt tiefer Respekt, dasss sie keine Zugeständnisse an zu grosser Zugänglichkeit mit dem Blick auf die Indie Charts gemacht haben. Das Album klingt wie aus einem Guss, wie genau das Album, dass sie machen wollten. Leider ging 'Chasing after Ghosts' in der UK Presse dabei fast komplett unter und es ist zu befürchten, dass die Band kurzfristig ein unentdecktes Juwel bleibt. Das Album ist aber dringend zu empfehlen, für alle etwas senioren Hörer die die oben genannten Bands lieben, aber auch für alle jüngeren Indieherzen, die bspw. den ruhigeren Momenten von Maximo Park, dem Debüt von Frankie & the Heartstrings oder dem Soloalbum von Paul Smiths etwas abgewöhnen können.