Bud Spencers Filme sind nicht gerade für ihren Tiefgang, ihre überraschenden Wendungen oder hintergründige Charakterentwicklung. Charleston macht da keine Ausnahme - aber die erwarte ich bei Buddy auch gar nicht!
Schaut man bei Charleston hinter die Fassade, dann wird man mit einem Heist-Movie der lustigen Spielart belohnt, ganz ohne Verletzte und Tote. Auch die im deutschen Untertitel zitierten Fäuste fliegen lediglich am Schluss ein wenig - und gerade das hebt "Charleston" deutlich über die Masse der sonstigen Prügelklamotten, für die Buddy sonst bekannt ist.
Die etwas komplizierten Tricks, mit denen sich ein schlitzohriger Gauner (Bud Spencer) und ein geldgieriger und dubioser Geschäftsmann (James Coco) gegenseitig übers Ohr hauen wollen, macht den Streifen allerdings nicht gerade kindertauglich.
Absoluter Höhepunkt des Streifens ist jedoch die Paarung Bud Spencer/Herbert Lom - den dürften einige noch als von Peter Sellers alias Inspektor Clouseau in den Wahnsinn getriebenen Chefinspektor Dreyfus oder aus diversen Schurkenrollen, u. a. "Der Schatz im Silbersee" kennen. Auch in "Charleston" spielt er einen leicht kolerischen Gesetzeshüter, der eher weniger freiwillig von Bud Spencer zur Zusammenarbeit "überredet" wird. Als zwei andere namhaftere Nebendarsteller sind vor allem Geoffrey Bayldon (besser bekannt als zeitreisender Zauberer Catweazle) und Ronald Lacey (durfte in "Jäger des verlorenen Schatzes" Harrison Ford und Karen Allen als Nazischerge das Leben schwer machen).
Von der Handlung will ich mal lieber nicht zuviel preis geben, macht sie doch zumindest im Ansatz einen wesentlichen Teil des Humors von "Charleston" aus.
Ton- und Bildqualität sind für einen Film aus den 70er Jahren durchaus annehmbar. Die zusätzlichen Szenen der Langfassung sind leider nicht deutsch synchronisiert, dafür mit Untertitel. Darüber kann man sich ärgern oder freuen - immerhin besser, als wenn der ganze Film mit neuen Sprechern überarbeitet wurde (geht in den meisten Fällen daneben) oder nur die zusätzlichen Szenen neusynchronisiert wurden mit anderen Sprechern (geht eigentlich immer daneben!).
Fazit: Bud Spencer mal nicht als fäusteschwingender Haudrauf, sondern als einfallsreicher Profibetrüger macht eine Menge Spaß und hebt sich wohltuend von den üblichen Prügelklamotten ab.