"Charango" ist eine Perle. Die Songs sind leichtgängig, ohne oberflächlich zu sein. Liebevoll produzierte Sounds sollen hier keine kompositorischen Defizite zukleistern - Morcheeba können einfach Songs schreiben. Und was auch immer sie bisher gemacht haben, "Charango" ist Musik für die Strandbar bei Sonnenuntergang.
Man könnte der Platte ihre stilistische Unausgewogenheit vorwerfen, indem man den Patchworkcharakter der hier zusammengestellten Songs hervorhebt. Die Vielfalt wird aber nicht zur Beliebigkeit und ermöglicht es, die Platte ganz durchlaufen zu lassen, ohne dass ein unaufmerksamer Zuhörer merken würde, Musik von nur einer Band zu hören. Ist ja auch mal ganz erfrischend...
"Slow Down" fängt an wie ein Pink Floyd Song von "Dark Side of the Moon", mutiert dann aber zum Jazzpop für die Blue Hour, "Otherwise" ist ein etwas artifizieller, aber in der Melodieführung grandioser Popsong, "What New York Couples Fight About" besticht durch den Gesamtsound aus Kurt Wagners Gesang und die Gitarre. Wäre nicht der etwas verkitscht geratene Refrain, hätte der Song etwas Apokalyptisches.
Mich persönlich erinnert die Platte an The Style Councils "Café bleu". Schimpft jetzt nicht...