Reggie Lambert (eine süße und spitzzüngige Audrey Hepburn) steht kurz vor der Scheidung von ihrem undurchsichtigen Ehemann. Bei ihrem einsamen Urlaub in der winterlichen Schweiz wirft sie ihre hübschen Augen auf einen ergrauten Charmeur (wer anders, als der sehr attraktive Cary Grant), der ,zufälligerweise' vor ihren Salatteller auftaucht. In Paris angekommen erfährt sie zu ihrem Entsetzen, dass ihr Ehemann ermordet wurde und um alles noch schlimmer zu machen hat der Bösling vor seinem unfreiwilligen Tod den gesamten gemeinsamen Besitz zu Bargeld gemacht. Von dem Geld fehlt allerdings jede Spur, sowie auch von der gesamten Wohnungseinrichtung! Alsbald taucht der ergraute Beau aus der Schweiz, Peter Joshua, wieder ,zufällig' in ihrer Nähe auf und fortan mehren sich undurchschaubare und seltsame Situationen und Verfolger vor Reggie und ihrem verschwundenen Vermögens. Sie merkt langsam, dass ihr Mann ein dunkles Geheimnis mit in den unschönen Tod genommen hat, dass bis zum 2. Weltkrieg zurückreicht. Ein gewisser Tex (James Coburn) foltert sie, indem er rücksichtslos und in Sekundenschnelle kleine brennende Streichhölzer auf Ihren Hubert-de-Givenchy-Mantel schnippt (eine köstliche Szene!!). Und Scobie (George Kennedy) ist mit seinem künstlichen Greifarm aus frisch geputztem Stahl hinter ihr her. So oder so wollen alle Übeltäter von ihr 250 000 Dollar haben. Denn: im Kriege vergruben diese ehemaligen GIs - und Reggies seliger Mann gehörte dazu - als wenig patriotische Amerikaner das Geld in die Erde, mit der Absicht es nach dem Krieg wieder auszubuddeln und unter sich zu verteilen!
Klar, Reggie braucht Hilfe und sowieso einen Mann, drum schläft Peter Joshua im Hotelzimmer gleich nebenan. Er bleibt beharrlich in ihrer Nähe, besorgt um ihren Schutz. Trotz (oder gerade weil...:)!) der gefährlichen Situationen baut sich eine knisternde Liebe zwischen den beiden auf! Aber ist er wirklich vertrauenswürdig??
Bald scheint jeder jeden zu verfolgen und das Vermögen zu suchen. Alle sind der festen Meinung, dass Reggie wüsste, wo der "Schatz" ist. Als immer mehr Tote auftauchen, wird es für Reggie immer wichtiger - und zugleich immer schwieriger -, den Überblick zu behalten. Wer sind die Guten und wer die Bösen und wem kann sie überhaupt noch vertrauen.....?
Charade ist deutlich an die Kriminalfilme von Alfred Hitchcock angelehnt und verfügt über eine spannende und auch äußerst humorige Geschichte mit einer Reihe von überraschenden Wendungen. Stanley Donen konnte mit Audrey Hepburn, Cary Grant, Walter Matthau, James Coburn und George Kennedy ein beachtliches Staraufgebot um sich versammeln.
Die Dialoge zwischen Hepburn und Grant sind (im klassischen Stil der Screwball-Comedy) von geschliffener Intelligenz und wechseln zwischen dem Charme zweier Menschen, die dabei sind, sich ineinander zu verlieben, und dem steten Misstrauen, das Reggie Peter entgegenbringt, da er stets eine "wahre Lüge" durch die nächste ersetzt. Die Chemie stimmt sichtbar zwischen dem Paar, auch wenn Grant beim Dreh schon 59 Jahre alt und damit 25 Jahre älter als Hepburn war. Dazu verfügt der Film über schwelgerische Dekors, mit Paris über ein stimmungsvolles Set und über Kostüme von Givenchy für seine Hauptdarstellerin.
Es ist ein genialer Film, der auch nach dem zehnten Mal Anschauen noch Freude bereitet, da alle Schauspieler einfach klasse spielen und das Drehbuch äußerst kunstvoll ,geschnitzt' ist!
Eine eindeutige Kaufempfehlung und satte 5 Sterne!