...und nicht wissen, was sie sich sonst noch kaufen sollen.
Liebe Ehefrauen und Lebensgefährtinnen von Mittvierzigern: Wenn Ihr eurem Liebsten zu Weihnachten eine Freude machen wollt (denn für diese Zielgruppe ist diese Collection wohl gedacht), dann legt ihm dieses Box-Set bitte NICHT unter den Weihnachtsbaum! Es sei denn, er sammelt wirklich jeden Schnipsel von seiner Lieblingsband.
Ansonsten wird es ihm gehen, wir mir: nachdem er seine ersten originalen Vinyl-LPs gegen CDs ausgetauscht hat, sich danach die Remastered-Serie (durchschnittlich 4 Bonus Tracks) zugelegt hat, um diese wiederum durch die Deluxe-Edition zu ersetzen (hier wurde wirklich jedes Fundstück verarbeitet), dürfte er so ziemlich alles von U.H. haben. Und zwar vollständig, in der originalen Zusammenstellung der Stücke. Zugegeben, da waren auch ein paar schwächere dabei; die hat man hier vorsichtshalber weggelassen. Aber immerhin nimmt diese (erneute) Zusammenstückelung der kreativsten Schaffensphase der Band (die Jahre 71 bis 79), den Raum von 4 der 6 CDs ein, auf denen man 'halbe Alben' erhält. Es stellt sich die Frage, wer das braucht, wo doch soeben noch eine 'Ultimate Collection' (noch stärker gestrafft), neben unzähligen 'Best of' CDs etc. erschienen ist.
Man mag mich berichtigen: 'Chapter & Verse' enthält einige 'Previously Unreleased Versions' und 'Alternative Versions'. Gut und schön. Wie ich jedoch bereits schon in meinen früheren Rezensionen angemerkt habe, hatte es schon seinen Grund, warum die auf den regulären Alben enthaltenen Versionen veröffentlicht wurden und nicht die 1-B Wahl. Sie sind entweder fast identisch, oder schlechter. Manchmal auch nur reiner Demomüll.
Kommen wir nun zu dem interessanteren Part, den CDs 1 und 6. Diese dürften in der Plattensammlung bislang fehlen. Bei der CD 1 handelt es sich größtenteils um Aufnahmen der Bands 'The Gods', bei der späteres U.H. Mastermind Ken Hensley in die Tasten griff und 'Spice' (hat nichts mit Beckhams Posh zu tun), wo David Byron am Mikro stand. Also, man muss, ähnlich wie bei der Deep Purple Vorläufer Band 'Episode Six' schon ein beinharter Fan sein, um Gefallen daran zu finden. Ich meine, es gab wirklich gute Bands Ende der 60er Jahre, aber - um objektiv zu sein - wenn daraus nicht später Uriah Heep entstanden wäre, dann wären diese Bänder wohl in der Versenkung liegen geblieben und hätten weiterhin vor sich hingestaubt.
Bleibt CD Nummer 6: größtenteils unveröffentlichtes Live Aufnahmen aus dem Jahr 1979. Interessant ist möglicherweise die Interpretation der bekannten Byron Stücke durch Sänger John Lawton. Mal was anderes.
Die Verpackung ist sehr schön und exklusiv aufgemacht und beinhaltet (ebenfalls zum wiederholten Male) ein schönes Booklet, mit dem man sich sehr viel Mühe gemacht hat. Es macht sich bestimmt sehr dekorativ auf dem Gabentisch, aber fragt bitte vorher nach: Braucht man das wirklich? Durch einen Check der vorhandenen Sammlung werden garantiert Enttäuschungen vermieden.