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Die hilfreichsten Kundenrezensionen
6 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
3.0 von 5 Sternen
Der unvollständige Bericht eines Psychiaters,
Von
Rezension bezieht sich auf: Chaplin: Eine Biographie (Gebundene Ausgabe)
Es gibt einige Bücher zum bewegten Leben der Filmlegende Charles Chaplin. Anlaufpunkt Nummer Eins für jeden Fan natürlich die selbstverfasste Biografie des Tramps. Nun die Frage: Braucht die Welt ein weiteres Buch über die Ikone, wo doch so ziemlich alles gesagt (und mit "Chaplin" auch verfilmt) wurde? Das Buch von Stephen Weissman versteht sich nun als Analyse Chaplins: Was waren seine Beweggründe? Wie erklärt sich sein Erfolg? Was hat der junge Charlie erleben müssen und wie wirkte es sich auf sein späteres Leben aus? Fragen, die Weissman mit seinem Buch "Chaplin" beantworten möchte. Das klappt auch anfangs ziemlich gut. Man durchlebt eine kleine Zeitreise, wird zudem nicht nur über Charlie, sondern auch über seine Eltern und andere wichtige Persönlichkeiten informiert, interessante Bilder inklusive. Soweit ist das Buch auch gut, aber das Gesamtbild ist ziemlich unausgegoren.In seinem eigenen Buch schaffte es Chaplin, sein Leben (besonders die Jugend) anfassbar zu machen. Man sah ihn förmlich gemütlich im Sessel hocken und locker Anekdoten ausplaudern. Bei Weissmann spürt man dagegen allzu deutlich seine Position als Psychiater, als Analytiker. Sein Blick auf Chaplin wirkt etwas distanziert, als wäre er nur ein einfaches Projekt unter Tausenden. Besonders schade ist, dass das Werk stellenweise ziemlich wirr ist. Eine klare Linie findet sich in diesem Buch nicht. Der Vergleich mit Chaplins Vater und seinem späteren Werk "Rampenlicht" (1952) ist noch nachvollziehbar, aber später ist es etwas anstrengend, dass immer nur Zeitlinien verglichen werden, statt auf ein Erlebnis mal etwas näher einzugehen; auf diese Weise wird manches bis aufs Korn analysiert, anderes nur schemenhaft angedeutet. Das Buch endet dann auch förmlich mittendrin. Während sich die Erzählung (und Analyse) der Kindheit und Jugend fast wie Kaugummi streckt (auch hier bevorzuge ich Chaplins eigene Erzählweise), wird das spätere Schicksal (Ausreise USA) und die wirklich letzten Filme und deren Umstände ("Ein König in New York", "Die Gräfin von Hongkong") eilig abgehandelt und/oder völlig weggelassen. Man hat tatächlich das Gefühl, Weissmann sei ab der Hälfte die Lust vergangen, der Blick auf das Wesentliche. Das "Bonus"-Kapitel über zwei inhaltlich unterschiedliche Versionen, die Chaplin einst über seine Kindheit niederschrieb, ist dann zwar auch eine durchaus interessante Angelegenheit, aber gerade hier merkt man an einigen Äußerungen des Autors, dass "Chaplin" eben doch nur ein psychologisches Buch mit mehr oder weniger nachvollziehbaren Erklärungen (wenn nicht gar Spekulationen) geworden ist, kein ehrlich gefühlvoller Einblick in das Leben des kleinen Tramps. Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
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