Die esoterische Runen-Reihe mit 18 Runen, die sogenannte Armanen-Reihe, auch Wikinger-Reihe, wird heutzutage bekämpft, denn sie "wurde von den Nazis verwendet (Karl Maria Wiligut)". Nun ja. Nach dieser Logik sollte man auch nicht auf der Autobahn fahren, denn in Deutschland hat Hitler die ersten Autobahnen bauen lassen. Mehr noch. Man sollte auch nicht mehr deutsch sprechen, denn Hitler hat ja deutsch gesprochen! So kann es gehen, wenn man nicht nachdenkt.
Im Jahre 1900 hat der Professor Friedrich Fischbach in seinem Buch "Ursprung der Buchstaben Gutenbergs" die nordische Runen-Reihe mit 16 Runen (FUTHORK oder FUDORK) mit zwei Runen aus der gemeingermanischen Runen-Reihe mit 24 Runen (FUTHARK) erweitert und damit als erster die esoterische Runen-Reihe mit 18 Runen eingeführt (siehe hierzu das Buch "Heilige Runen" von Géza von Neményi). Dies tat er, weil er die 18 Runen mit den 18 Zauberliedern Odins aus der Edda im Zusammenhang sah. Guido (von) List hat die erweiterte 18er-Reihe Friedrich Fischbachs übernommen und in seinem im Jahre 1908 erschienenen Buch "Das Geheimnis der Runen" veröffentlicht (nach Guido von List dann Ernst Tristan Kurtzahn (1924) und andere). Und List war ein völkischer Dichter (von Nazis war damals noch keine Rede), den man heute als arischen Rassisten bezeichnet. Deshalb ist heutzutage der Teufel los, wenn die Rede von der 18er Runen-Reihe ist. Die Runen und Odin oder die Edda können allerdings nichts dafür. Und Professor Friedrich Fischbach oder Guido von List auch nicht, denn arischer Rassismus war damals "in", nicht nur in Deutschland (so zum Beispiel auch in England und Frankreich).
Trotz alledem gibt es unerschrockene Runen-Forscher, welche die Vorteile der esoterischen 18er Reihe zu schätzen wissen und darüber auch nach 1945 und bis heute Bücher schreiben. Im folgenden sind 18 solche Runen-Bücher zeitlich geordnet aufgeführt. Sollten in der Liste Autoren fehlen, so bittet diese die Rezensentin um Entschuldigung und gerne um Benachrichtigung in Form eines Kommentars zur Rezension.
1954: "Runenmagie" von Karl Spiesberger
1955: "Die Tala der Raunen" von Roland Dionys Jossé
1957: "Runenexerzitien" von Karl Spiesberger
1982: "Das Runen-Orakel" von Werner Kosbab
1983: "Die Träume Gottes" von Arnold Mohs
1985: "Buch der Runen" von Zoltán Szabó
1987: "Runen" von Ulrich Jürgen Heinz
1990: "Das Runen-Handbuch" von Reinhard Florek
1992: "Die Kraft der Runen" von Waltraud Drexler
1993: "Vatan" von Edmund und Michaela von Hollander
1995: "Runen im Leben der Völker" von Harry Radegeis
1997: "Runenübungen" von Ulrich Jürgen Heinz
2000: "Geheimnis der Namen" von Zoltán und Ingrid Szabó
2004: "Geheimnis der Vornamen" von Zoltán und Ingrid Szabó
2004: "Der Göttliche Code 1" von Isa Denison
2006: "Runen-Leben" von Axel Brück
2009: "Der Göttliche Code 2" von Isa Denison
2009: "Chaosrune & Zauberschwert" von Frater Malig 854