Nach der schwächelnden EP hatte ich Rhapsody schon gar nicht mehr auf dem Schirm. Aber ich muss sagen, die Jungs um Gitarrenwunder Luca Turilli haben sich die Kritiken zu Herzen genommen und eine große Portion Heaviness in ihren Sound transportiert. Die neue Scheibe rockt an allen Ecken und Enden und hat einen enormen Zahn zugelegt, was den Härtegrad anbelangt. Dennoch können die Italiener es einigen Leuten scheinbar gar nicht recht machen, wenn man sich hier die negativen Rezis so ansieht. Ist mir unverständlich, denn zu der neugewonnenen Härte gesellen sich in typischer Rhapsody Manier auf der gesamten CD epische Refrains und mitreißende Melodien. Fabio Leone intoniert nach wie vor jeden Song derart mitreissend, dass man an der ein oder anderen Stelle das Gefühl hat, er würde beten. Die Jungs aus Italien schrecken auch nicht vor Black Metal lastigen Parts zurück, so dass Vielseitigkeit herrscht und keine Stagnation.
Die neue Rhapsody ist wuchtig, episch, aber auch rockig und teilweise verspielt, aber mit nichten ein Flop.
Wem die alten Rhapsody ein wenig zu luftig und unheavy waren, der sollte noch mal ein Ohr risikieren. Denn anno 2011 kommt zu der großen Menge Pathos ein rockigerer Anstrich, so daß man auch als Fan härterer Gangart dem Sound eine Menge abgewinnen könnte.
Ich hoffe, dass Rhapsody bald wieder ganz oben mitspielen können, denn bei solch einer musikalischen Perfektion hat man das definitiv verdient. Und ich finde es sehr traurig, wie so viele Schreiberlinge und Rezensenten auf dieser großartigen Band herumtrampeln. Seltsamerweise sind es die selben Personen, die Rhapsody einst über den grünen Klee lobten. Aber der selbsternannte Metal Papst Götz Kühnemund merkt höchstwahrscheinlich gar nicht, wie lächerlich er sich in seinen monatlichen Videointerviews zum Support des neuen Rock Hards macht. Ich schaue mir das immer zur Belustigung an und kann nur allen Rhapsody Fans zurufen: See you in Wacken.