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Ganz neu auf den Markt gekommen ist Klaus Dopplers zweiter Streich, ein Buch, das an den ersten Band anknüpft und das Thema Gruppendynamik beim Veränderungsmanagement vertieft. Diesmal müssen sich die Autoren buchstäblich für ihr Werk rechtfertigen, denn beim Blick auf den Buchmarkt scheint es, als sei über das Thema schon alles gesagt und geschrieben worden. Ihr Argument: Das mag so scheinen, aber warum klappt es mit den Veränderungsprojekten dann noch immer nicht richtig? Dopplers Autorenteam macht die Psychologie verantwortlich: Immer noch unterschätzt das Management die Rolle der Menschen bei der Veränderung. "In manchen Köpfen ist nach wie vor das Modell des Lichtschalters als Idealtypus einer Veränderungsstrategie fest verankert", spotten die Autoren. Einfach betätigen - schon erledigt. Doch in Wirklichkeit ist Change Management eher eine gigantische Übung in Gruppendynamik, ein Projekt, das sich gegen sorgfältig ausgearbeitete Pläne und ihre säuberliche Umsetzung sträubt. Denn die Mitarbeiter sind keine Einzelwesen und erst recht kein Humankapital, das man einfach so umherschieben kann. Sie sind am Arbeitsplatz auf komplizierte Weise mit anderen vernetzt und stehen in einer Vielzahl von Beziehungen. Also taucht Doppler tief in die sozialpsychologischen Hintergründe und die Managementpraxis ein, um zu zeigen, wie alles zusammenhängt und wie man als Führungskraft einer Gruppe oder Organisation, die unter dem Druck einer Veränderung steht und darauf mit Kampf-oder-Flucht-Impulsen reagiert, diese Prozesse lenken kann. "Wenn solche Gruppenphänomene nicht geklärt und bearbeitet beziehungsweise durchbrochen werden, absorbieren sie einen mehr oder weniger großen Teil der Energie, die eigentlich dazu benötigt würde, die anstehenden Aufgaben und Ziele der Gruppe zu verfolgen", erklären die Autoren. Sie leiten an, unter die Oberfläche zu schauen - dort sind die Beziehungsströmungen zu finden, die oben oft unter falscher Flagge ausgetragen werden.
Nachholbedarf an Wissen über gruppendynamische Prozesse gibt es reichlich. Eine Untersuchung aus dem Jahr 2000 hat ergeben, dass inzwischen die meisten Führungskräfte Teams als Organisationseinheiten positiv gegenüberstehen - aber nur zehn Prozent der Befragten gaben an, selbst bevorzugt in Gruppen zu arbeiten. 70 Prozent werkeln am liebsten allein und ungestört an ihren Aufgaben. So ist der Konflikt programmiert, denn moderne Organisationsmodelle bauen fast alle auf dem Konzept der Gruppe auf, auf überschaubaren dezentralen Einheiten. Sie setzen auf die Prinzipien Netzwerk, Selbstführung und Selbststeuerung von Gruppen. Doppler erlaubt sich eine gesunde Skepsis diesen Konzepten gegenüber; er hat in der Praxis oft genug erlebt, dass diese Modelle nicht immer funktionieren. Gerade Führungskonzepte der Selbstverantwortung sind, so die Autoren, immer gefährdet, nicht konsequent umgesetzt zu werden - geschieht das doch, so reagieren Gruppen auf das Führungsvakuum oft mit Passivität oder einer heimlichen Hierarchie.
Besonders praktisch: Wie auch im ersten Band liefert Doppler nicht nur Theorie, sondern vor allem auch Werkzeuge und Konzepte für das Do-it-yourself. Vom gruppendynamischen Verhaltenstraining, dem gegenseitigen Feedback und der psychodramatischen Aufstellung bis hin zu Team-Audits und der Projektsupervision im Team.
-- changeX -- Dieser Text bezieht sich auf eine vergriffene oder nicht verfügbare Ausgabe dieses Titels.
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Immer wieder wird sehr praxisnah aufgezeigt, welches die Erfolgsfaktoren des Change Management sind und welche Rolle insbesondere der "Faktor Mensch" in solchen Prozessen spielt. Daher ist es für mich "das Buch" für alle, die in der Praxis Change Management-Projekte zum Erfolg bringen wollen!
Ein sehr gutes Fach-Buch für Organisationspsychologen, Change-Manager und solche, die es werden wollen - oder im Rahmen ihrer Vorgesetzten-Funktion sowie... Lesen Sie weiter...
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