Mit diesem Album haben Strike Anywhere definitiv einen Meilenstein im Melodic Hardcore Bereich hingelegt. Zwar machen sie nicht wirklich etwas, dass es nicht auch schon vorher gegeben hat, aber sie machen das was sie tun um längen besser als alle anderen. Da wäre zum einen die genial melodische Stimme von Frontmann Thomas Barnett, welche zwischen Gesang und Geschrei hin- und herwechselt wie auf Knopfdruck. Zum anderen wären die Instrumente zu erwähnen. Das Schlagzeug ist die meiste Zeit über sehr schnell, kann aber auch für die melodischen Parts herunterschalten und weiß dann ebenfalls zu überzeugen. Von den Gitarren gibt's klasse Riffs zu hören, die einfach Spaß machen. Die Bassgitarre ist leider nicht so präsent wie ich es mir wünschen würde, aber das ist nur ein kleines Manko und auch der einzige Kritikpunkt den ich finden konnte. Das soll aber nicht heißen, dass man Überhauptnichts vom Bassspieler zu hören bekommt, denn hier und da sind auch schöne Bassparts untergebracht. Alles zusammengenommen ergibt eine perfekte Mischung aus harter, melodischer Punkmusik, aus der die Energie förmlich heraustropft.
Da es sich hier um eine Punkband handelt, ist fast klar, dass es nicht nur um die Musik selber geht sondern auch textlich einiges geboten wird. Von Vergewaltigung und Mord in "Chalkline" über Amtsmissbrauch und Rassismus in "Sunset on 32nd Street" bis zu den üblichen aber intelligent präsentierten DIY Punk Ideologien ist alles mit dabei, was den geneigten Punk Hörer zur Revolution aufruft. Die Texte kommen auch nicht von irgendwo, sondern sind oft aus dem Leben gegriffen und von den Bandmitgliedern selbst erlebt. Man kann dieser Band wirklich abkaufen, dass sie wütend sind und etwas ändern wollen. Eine Tatsache die es heutzutage eher selten gibt.
Als Anspieltipp würde ich wirklich gerne einen Song nennen, aber das kann ich nicht, da einfach alle Songs herausstechen.
Wer von Strike Anywhere noch nichts gehört hat, das aber ändern möchte, sollte am besten mit diesem Album anfangen. Es ist nicht ganz so hart wie die Vorgänger EP "Chorus of One", welche in "To Live in Discontent" zusammengefasst ist, aber auch nicht so soft wie die weiteren Nachfolger.
Abschließend möchte ich noch anmerken, dass dieses rund 30 min lange Goldstück auf Anhieb zu meinem Lieblingsalbum aufgestiegen ist und auf dieser Position wohl noch lange bleiben wird.