Chance Maquis trägt nicht nur einen außergewöhnlichen Namen sondern erweist sich insgesamt als exzentrischer junger Mann, der nicht nur durch sein auffälliges Outfit zu glänzen vermag. Der Film erzählt rückblickend von seinem ersten Schuljahr an der neuen Highschool. Chance ist schwul, und macht keinen Hehl daraus. Das stößt nicht gerade auf Gegenliebe bei den meisten seiner neuen Mitschüler. Vor allem Brad, die Sportskanone der Schule, beschneidet ihn, was das Zeug hält. Doch Chance findet auch Weggefährten auf seinem steinigen Weg, mit denen er eine verschworene Gemeinschaft bildet. Sie sind es auch, die ihn mit zu einer Travestieshow schleppten, wo er anschließend in der Künstlergarderobe die Einladung zu einem Talentwettbewerb erhält. Die große Chance für Chance??
Wenn man schwul ist gehört man zu einer Minderheit, aber anders als bei anderen Minderheiten zu einer Gruppe, zu der die übrigen Familienangehörigen in der Regel nicht gehören. So ist der tägliche "Kampf" ein ungleich schwerer, da man mitunter keinen Rückhalt in den eigenen Reihen hat. Bei Chance möchte der überaus militante Vater natürlich einen "richtigen Kerl" zum Sohne. Doch an dieser Rollenerwartung kann Chance nur scheitern, obgleich er nicht ein besonders femininen Eindruck macht.
Natürlich ist auch eine Verliebtheitsgeschichte im Film verwoben: der muskulöse Nachbarsjunge. Lecker... lecker...! Aber hat Chance bei ihm eine Chance? Kleiner Tipp: Die Musik könnte das verbindende Glied sein.
Insgesamt wurde ich von dem Film durchaus überrascht. Trotz "low budget" gelingt es, den Geist der 80iger wieder zum Leben zu erwecken. Ein wahrer "Kostümball" wird veranstaltet. Und in den 80igern war ja quasi nichts untragbar! Der Film ist recht musiklastig... und das ist nicht schlecht so.
Brett Chukermann als Levi ist mir bereits in "Eating out 2" positiv aufgefallen. Der Hauptdarsteller, Tad Hilgenbruch, hatte wohl seinen bisher größten Auftritt in "american pie 4", und kann hier nun aber eher zeigen, was eigentlich in ihm steckt. (Nun ja, die Schauspieler sind tatsächlich Anfang bis Mitte 20, stellen aber 16 bzw. 17-jährige dar.)
Fazit: Der Film ist ein bisschen überdreht, aber hat viel Witz und bietet gute Unterhaltung ohne sich anzubiedern.