Ich hatte schon das erste Buch von den beiden Autoren gelesen. Da ging es darum, woher Speisen und Getränke ihren Namen haben. Das war schon sehr interessant. Auch für jemanden wie mich, der selbst nicht immer gerne kocht, aber gerne gut ißt und auch gerne gut trinkt. Das neue Buch ist etwas anders, es wird mehr erzählt. Und ich finde es erstaunlich, was es zu ganz normalen oder auch zu Lebensmitteln und Getränken aus der Luxusklasse alles zu erzählen gibt. Zum Beispiel, warum die Legende von der Martinsgans und St. Martin offenbar völliger Blödsinn ist. Oder warum es unsinnig ist, einen Löffel in eine geöffnete Champagnerflasche zu stecken, um die Kohlensäure zu erhalten.
Interessant fand ich auch die (ziemlich militante) Geschichte der Konservendose oder die (ziemlich politische) Geschichte der Banane, (die übrigens auszusterben droht, weil sie keinen „Sex" hat).
Ziemlich überrascht war ich auch über den Beitrag, wie man früher - wohl ganz unbehelligt von der Öffentlichkeit - neue Gemüse- und Obstsorten in Atomkraftwerken mit Hilfe von atomarer Strahlung gezüchtet hat. Das ist ja eigentlich eine brisante Angelegenheit, wenn man sich die aktuelle Diskussion über Gentechnik vor Augen führt. Ich hätte mir hierzu gerne eine noch tiefer gehende Erörterung gewünscht, weil das m.E. ein wirklich wichtiges Thema ist, aber wohl im Rahmen dieses Buches nicht möglich. Schade!
Witzig fand ich die Trüffelgeschichte und die Geschichte von einer Weinverköstigung, wobei man auch erfährt, woher die Berufsbezeichnung ‚Sommelier' eigentlich herrührt. Und die Erzählung über den Hummer-Kochkurs bei einem Sternekoch erscheint als ausgesprochen vergnügliches Erlebnis.
Also, ich habe das Buch gern und mit Interesse gelesen und mir gedacht, das kann man bestens auch als Gastgeschenk - nicht nur zu einer Essenseinladung - mitnehmen. Ist mal was anderes als die obligate Flasche Wein.