Eigentlich kommt nur eine der sieben spannenden Geschichten Elmar Ferbers in seinem Erzählband als Krimi daher. dennoch scheint auch der Protagonist der übrigen Erzählungen - allesamt Liebeserklärungen an das ewig Weibliche, die Normandie und das Meer - auf Tätersuche (besser Täterinnensuche) zu sein.
Und tatverdächtig ist das Weibes unergründliche Liebe, die, einmal raffiniert unschuldig und ein weiteres Mal kompliziert romantisch, ihr Verwirrspiel mit dem männlichen Verstand spielt. Trotz scheinbar überlegener messerscharfer Analyse der jeweilig angewandten Liebestaktik bleibt der männliche Spielpartner im Ansturm der Gefühle stets der Unterlegene.
So wird die Täterin zwar jedes Mal gestellt, doch nie überführt und lässt sich schon gar nicht durch Freiheitsentzug an ihrem weiteren Tun hindern.
Eine leichte, nie seichte Lektüre von einem Autor, der sich unverhohlen als begeisterter Normandie-Urlauber entpuppt und offenbar für Meeresliebhaber/innen schrieb, die nicht nur reine Strandurlaube bevorzugen sondern jeweils auch Land und Leute näher kennen lernen wollen.
Champagner und Calvados eignet sich, wen wundert's, vorzüglich als prickelnde Urlaubslektüre. Jedoch außerhalb der schönsten Wochen des Jahres gelesen, konserviert sie die Gefühle von Freiheit und Weite, die Urlaube am Meer eigentlich ausmachen. Und gerade jene Gefühle können das in der Regel mühsamere Leben zwischen den Urlauben nicht unwesentlich erleichtern.