Aus der Amazon.de-Redaktion
Selbst ist der Donot. Nach enttäuschenden Erfahrungen mit ihrer letzten Plattenfirma machen die Ibbenbürener jetzt alles im Alleingang und können mit einem erstklassigen, frischen Album überzeugen.
Probleme sind ärgerlich und kraftraubend, lassen jedoch auch den Charakter reifen und eröffnen neue Blickwinkel auf das Leben im Allgemeinen und das eigene kreative Schaffen im Besonderen. Die ehemaligen Teenie-Rocker Donots haben alle Fesseln der Musikindustrie abgeworfen, um in völliger künstlerischer Freiheit ihre bislang spannendste und lebendigste CD einzuspielen. Die druckvoll produzierte Scheibe punktet mit straffen, niemals kitschigen Ohrwürmern, die den ruppigen Charme von Billy Talent mit dem atmosphärischen Tiefgang von Blackmail verbinden. Deutschen Provinzmief sucht man hier genauso vergeblich wie möchtegernhippe Hektik oder pseudointellektuelles Geschwafel. Die Donots rocken einfach nur grundehrlich und sympathisch drauflos, und das dankenswerterweise auf höchstem Niveau.
-- Michael Rensen
Tanzbare Rhythmen, Mitsingrefrains und satte Rock'n'Roll-Gitarren, die all jenen Tränen in die Augen treiben, die von der feindlichen Elektroübernahme die Nase voll haben: "Coma Chameleon" ist ein echter Kraftprotz und hat das Potenzial zur neuen Lieblingsplatte. Die Donots setzen auf bewährten Punkrock, wobei "Rock" dreimal fett unterstrichen ist. Dazwischen finden sich zielsicher platzierte Klavierparts, mal dramatisch verschwurbelt in "Killing Time", dann wieder stakkatoartig gehackt in "To Hell with Love". Dieser Song liefert außerdem den Beweis, dass die fünf Jungs aus Ibbenbüren auch beim siebten Album noch wissen, wie man rockt: Eineinhalb Minuten gibt es voll auf die Mütze - ein echter "Scheiß-drauf"-Kracher für alle, denen in der Liebe übel mitgespielt wurde. "Coma Chameleon" ist ein Album mit großer musikalischer Bandbreite - und einige der elf Stücke haben das Zeug, an den Allzeitkracher "What ever happened to the 80's" anzuknüpfen. (es)