Wer bereits in Südafrika war, wird diesen Roman besser zu schätzen wissen. Mofolo reiste um 1910 durch das südliche Afrika, um aus Überlieferungen das sagenhafte Leben Chaka Zulus zu rekonstruieren. Er schreibt in einfachem (Erzähl-)Stil, sehr detailliert und anschaulich. Man taucht leicht in die Welt der Zulus und Krieger ein und wird aktiver Zuschauer. Fußnoten und Bemerkungen im Anhang erklären Sachverhalte, geben Hinweise zur Übersetzung und weiterführende, historische Informationen. Das Buch überrascht insofern, dass man mit sehr brutalen Handlungsweisen Chakas konfrontiert wird. Dies trägt zwar zu seinem Mythos bei, die Sympathie für ihn leidet jedoch darunter, insbesondere weil sich meine Erwartungen an die damalige Zeit nicht mit der Realität gedeckt haben. Sehr interessant ist auch die Kurzbiographie über den Autor Mofolo. Im Anhang widmet sich ein Kapitel dem Vergleichen zwischen dem Leben der Zulus und der Welt der Christen. Anhand von Bibelstellen werden Gemeinsamkeiten und v.a. Divergenzen zwischen Chaka und Jesus aufgezeigt - das hat mich insbesondere fasziniert, da mir beim Lesen des Buches nicht unbedingt der Gedanke an eine Gegenüberstellung gekommen ist. Zuletzt wird auf die im Roman zugrunde liegenden Stätten und Geschehen eingegangen. Man darf natürlich nicht vergessen, dass es sich um einen Historien-Roman handelt und Mofolo bestimmte Wahrheiten (der Überlieferung) weggelassen und neue hinzugedichtet hat. Für jemanden, der über das Leben von Chaka Zulu mehr erfahren will, ist dieser Roman sehr empfehlenswert.