Kollektivkrimis sind „in", man denke nur an den Heyne-Band „Gipfeltreffen" oder an die „Bockenheimer Bouillabaise", das wie „Cézanne geht immer" von Heiner Boencke mit einem Studentenseminar auf Kiel gelegt wurde. Während „Gipfeltreffen" aber ganz bewusst die individuellen Stile der namentlich gekennzeichneten Beiträger herausstellt und sich einen Dreck um eine einheitliche Erzählperspektive schert, ist dieses Buch von erstaunlicher Homogenität. Es wirkt wie von einer einzigen Person geschrieben - eine beachtliche Leistung im Zeitalter gallopierenden Individualismusses. Oder gar eine versteckte Sehnsucht nach Kollektivsmus? Back to the GDR? Wohl nicht, sondern eher eine gekonnte Fingerübung in Sachen Literatur und der Schaffung eines gemeinsamen Stils. Die jungen Autoren und ihr Mentor verstehen viel von Kunst - klar als Studenten der Bremer Kunsthochschule. Dennoch ist der Kurzroman nie überfrachtet mit totem Wissen. Kunstgeschichtliche Zusammenhänge werden mit locker leichter Hand handlungsrelevant nutzbar gemacht, aber das Publikum wird damit nicht totgeschlagen.