Trail Of Dead holen mit "The Century Of Self" zum sechsten Schlag auf Ohren und Verstand aus und liefern eine Brachialantwort auf die bandinternen Probleme der letzten Jahre.
Eigentlich konnten sie sich nicht beschweren: Ihr letzter, 2006 veröffentlichter Longplayer "So Divided" markierte den kommerziellen Höhepunkt in der Bandhistorie von Trail Of Dead. Doch hinter den Kulissen brodelte es gewaltig: Bassist Neil Busch stieg frustriert aus, das Songwriting gestaltete sich schwierig und es gab böse Wasserstandsmeldungen, was die Zusammenarbeit mit der Plattenfirma betraf.
Also zogen sich Conrad Keely und Co. zurück, widmeten anderen Dingen ihre Aufmerksamkeit und wechselten nach langen Überlegungen zu einem Indie-Label, dass keine konkreten Forderungen stellte.
Mit "The Century Of Self" veröffentlichen Trail Of Dead nach all den Wirrungen ihren bislang sperrigsten und zugleich zugänglichsten Longplayer: Es lassen sich keinerlei "Singles" ausfindig machen, aber die 13 Songs greifen nahtlos ineinander und lassen die Platte erstaunlich kompakt wirken.
Den ehemals omnipräsenten Experimental-Rock haben sie so ummodelliert, dass er sehr leichtfüßig daherkommt und trotzdem all die Streicher, Pianos und Scheppertrommeln miteinander verbindet.
Inhaltlich öffnet sich Keely so ziemlich jedem Thema, dass ihm zur Verfügung steht. Im rührseligen "Picture Of An Only Child" wird die Jugend bewältigt, das wuchtige "Isis Unveiled" entwirft Utopien einer besseren Welt und im letzten Drittel dreht sich "Insatiable One/Two" um die Folgen einer erloschenen Liebe.
Ob Trail Of Dead mit dem neu gewonnen Geist besser leben können, bleibt abzuwarten. Bis jetzt haben sie alles richtig gemacht: Trotz vorangegangenen Unstimmigkeiten ist "The Century Of Self" ein prachtvolles Zeugnis ihrer musikalischen Einzigartigkeit geworden. Es muss Conrad Keely gut gehen!
Produktbeschreibungen
AND YOU WILL KNOW US BY THE TRAIL OF DEAD CENTURY OF SELF DIG