Bei diesem Buch hat mich die schöne Aufmachung zum Lesen verleitet. Neben dem leicht geprägten Umschlag, ist auch der normale Einband darunter liebevoll bedruckt. Im Vorsatz sowie im Mittelteil befinden sich jede Menge Bilder, die zu der Geschichte passen. Stadtpläne von Rom, Fotos von Gebäuden, die eine wichtige Rolle spielen, Abbildungen von Fahrplänen, Fahrkarten, Kassenbons - nur ein Lesebändchen hätte noch gefehlt, um das Ganze perfekt zu machen.
Durch die Bilder kann man sich die Orte der Handlung noch besser vorstellen und bekommt ein Gefühl für die Stimmung der Geschichte.
Die vier Jugendlichen treffen sich nicht zufällig, wie sich später herausstellt, in dem Hotel von Elettras Familie. Bei einem Stromausfall, der scheinbar von Elettra verursacht wurde und der das ganze Stadtviertel in Dunkelheit hüllt, verlassen sie heimlich das Hotel, um sich Rom bei Nacht anzusehen. Die Begegnung mit einem geheimnisvollen Fremden auf einer Tiberbrücke ist zugleich der Beginn eines spannenden Abenteuers und einer seit Jahrhunderten vorherbestimmten Suche, in deren Verlauf sie in viele gefährliche Situationen geraten.
Schon auf den ersten Seiten wird klar, dass dieses Buch für Kinder und Jugendliche geschrieben worden ist. Die Sätze sind kurz und einfach formuliert und die Charaktere oberflächlich beschrieben. Viele unnatürliche Vorkommnisse und Verhaltensweisen werden nicht hinterfragt oder erklärt. Dennoch springt die ganz besondere Stimmung, mit der der Autor die Stadt darstellen will, auf den Leser über. Dunkel, geheimnisvoll und rätselhaft sind Straßen, Gassen und Häuser, mysteriös die Geschehnisse, auf die sich zuerst weder die Jugendlichen, noch der Leser einen Reim machen kann. Auch im Laufe der Geschichte lösen sich nicht alle Rätsel, und alles weist auf eine Fortsetzung hin.
Die Idee des Buches hat mir gut gefallen - nicht gefallen hat mir allerdings, dass die Geschichte im Präsens geschrieben wurde und die Übersetzung teilweise recht hakelig klingt (bis jetzt frage ich mich, was es bedeutet, wenn sich jemand umzieht und seine "Finken" vergessen hat), sowie die nervige Darstellung des Jungen Sheng, der auf jeder Seite mindestens ein oder zwei Mal "Hao" ausruft, was soviel wie "cool" bedeuten soll - Insgesamt kann man aber sagen, dass es ein spannendes Fantasy-Abenteuer für Kinder und Jugendliche ist, und durch seine Handlung und die schöne Aufmachung des Buches zum Lesen verleitet.