Vorab:
Da es sich um die englische Bluray handelt - hier ist die deutsche Sprachfassung nicht enthalten - nur die englische in Dolby True HD. Und wer glaubt, der Film sei 97 Minuten lang, der irrt, das Cover gibt nur 93 Minuten an. Wahrscheinlich handelt es sich hier um einen Druckfehler und die Lauflänge der DVD wurde übernommen. Es ist zu erwarten, dass vorliegende Fassung ebenso ungeschnitten ist, wie die ab 18 Jahren freigegebene kommende deutsche Fassung.
Zur Handlung:
Es ranken sich viele Variationen um die verschwundene römische neunte Legion. In diesem Fall wird sie losgeschickt, um gegen die Pikten vorzugehen, die ein römisches Fort im Norden überfallen haben. Der einzige Gefangene, den diese bei ihrem Überfall gemacht haben, kann jedoch entkommen und läuft der Legion in die Arme - muss sich dann jedoch erneut dem Feind gegenübersehen.
Was dann folgt, macht den eigentlichen Teil des Filmes aus: Sieben Übriggebliebene begeben sich auf die Suche, den gefangengenommenen General zu befreien - nur um sich kurz darauf als Gejagte in der kargen schottischen Landschaft behaupten zu müssen.
Zur Umsetzung:
Neil Marshalls Filme (Dog Soldiers, The Descent) zeichnen sich eher weniger durch eine präzise Darstellung seiner Charaktere aus - mehr denn dadurch, die Handlung voranzutreiben. Das ist mitunter Vorteil wie Schwachpunkt zugleich. Trotzdem hat er hier ein gelungen aufspielendes Ensemble versammelt, allen voran Michael Fassbender (300, The Hunger) als titelgebender Centurion Quintus Dias. In weiteren Rollen spielen Liam Cunningham (ebenfalls The Hunger), Morrissey, Olga Kurylenko als mordende Pikten-Amazone und vor allem Dominic West als General der neunten Legion. Für mich eine Neuentdeckung war auch Imogen Poots, die erst gegen Ende des Films auftaucht. Hätte man ihnen allen ein etwas besseres - weil ausführlicheres Drehbuch auf den Leib geschrieben, hätte es bei mir für eine Fünf-Sterne Wertung gereicht...
Die Kamera schwelgt in atemberaubenden Landschaftsaufnahmen, man kann die Kälte förmlich spüren. Triste und stumpfe Farben geben dem Ganzen einen düsteren Look. Die Musik sei hier auch erwähnt - Ilan Eshkeri kannten manche vielleicht noch aus dem Film "Der Sternenwanderer" - er unterlegt die bildgewaltige Flucht mit heroischen und kraftvoll pulsierenden Klängen.
Dass die Handlung eher simpel gestrickt ist mag so manchem vielleicht nicht gefallen, der durch den Trailer auf einen Film epischer Wucht à la Gladiator eingestimmt wurde - wird doch eher gerannt als episch gekämpft. Wenn gekämpft wird, dann fliesst allerdings eine Menge CGI-Blut - was ebenfalls negativ aufstossen könnte, wirkt es doch sehr künstlich. Die Freigabe ab 15 halte ich dennoch für eine masslose Untertreibung, die deutsche Freigabe scheint mir angesichts umherfliegender Körperteile und anderer durchbohrender Momente angemessener.
Bild und Ton:
Gute Schärfe, keine Referenz. Geringes (!) Bildrauschen in dunklen Szenen, möglicherweise wird hier durch fehlende technische Voraussetzungen bei einigen etwas verschluckt. Trotzdem sehr plastisch. Wie erwähnt - der Look ist ingesamt sehr dreckig, wer also pralle Farben erwartet, sei gewarnt. Der englische Ton ist sehr druckvoll, wo es die Handlung zulässt - und auch der Soundtrack harmoniert prächtig mit dem gezeigten Geschehen.
Bonus:
Kommmentar, alternative Szenen, Outtakes - nicht zu viel und nicht zuwenig!
Fazit:
Für Fans von Historienfilmen, die keine allzu grossen Ansprüche an die historische Genauigkeit stellen, bietet der Film gute Unterhaltung. Besonders die Tatsache, dass die Pikten nicht der "böse" Feind sind, hat mir persönlich gut gefallen - die römischen Besatzer waren immerhin keine Waisenknaben. Das Ende mag vielleicht dem einen oder anderen unbefriedigend erscheinen - gibt allerdings die Geisteshaltung der Politik damals wie heute treffend zum Besten...