Dieser Film hat mich sehr enttaeuscht. Der Cast besteht hauptsaechlich aus Taenzern, was an ihrer mangelenden Faehigkeit zu schauspielern klar zu sehen ist. Leider ist es aber nicht etwa so, dass die Tanzeinlagen das wettmachen, im Gegenteil: man sieht klar, dass keiner der Protagonisten in der Realitaet den Schimmer einer Chance haette, an einer Top-Ballettschule genommen zu werden. Mit einer einminuetigen Einlage tanzt Ethan Stiefel die Hauptdarsteller so gruendlich an die Wand, dass man sich fragt, warum er (und jeder ernstzunehmende Tanzliebhaber) seine Zeit mit ihnen verschwendet. Allerdings ist diese Einlage die einzige Minute des Films, die fuer den Zuschauer nicht verschwendet ist.
Zusaetzlich ist der Film fuer jeden Ballettliebhaber aergerlich, weil dauernd unrealistische Fehler passieren. Die Heldin, Kate, hat sich selbst das Tanzen beigebracht (mit Hilfe von Ballettvideos grosser Ballerinen, weil es am leichtesten ist, einfach Gillian Murphy zu kopieren - selbst schuld, wer lieber in die Ballettschule geht), was seltsamerweise grossartige Technik, aber keine Verletzungen mit sich brachte, und Held Tommy tanzt erst seit sechs Monaten Ballett, weil er im Hockey nicht erfolgreich war, schafft es aber sogleich an die Spitze. Na klar. Die Darstellerin, die Kate spielt, weiss noch nicht mal, wie man Ballettschuhe richtig schnuert, die Baender sind falsch angenaeht, sie hat eine miserable Ausdrehung und wirklich keine guten Fuesse, und sie tanzt (ebenso wie Tommy) dauernd, ohne sich aufzuwaermen. An alle Ballettfans - bitte nicht nachmachen, wenn Ihr Eure Karriere nicht vorzeitig beenden wollt!
Ein alberner und insignifikanter Film, der Liebhaber des ersten Teils nur aergern kann. Ausserdem war wohl das Geld knapp, denn die schoenen Shots von der Location fallen fast ausnahmslos weg; die, die da sind, scheinen aus "Save the Last Dance 2" geborgt zu sein. Selbst Jonathans Buero ist diesmal klein und kahl - die Produzenten haben sich nicht mal Muehe gegeben, den letzten Film richtig anzuschauen!
Ein irritierender Film, der den alten Hut "arme autodidaktische Wunderballerina mit frueh verstorbener Ballerinamutter trifft HipHop, findet Liebe und wird entgegen aller professionellen Prognosen ein Star" noch mal aufwaermt - Tanzliebhaber koennen sich die so verwobenen Geschichten auch einzeln (und besser!) in "Center Stage 1", "Flashdance" und "Save the Last Dance" ansehen.