Das Gastmahl bei Trimalchio ist zweisprachig geschrieben und zeigt dem heutigen Leser sehr gut wie und mit welcher Verschwendung und unter Missachtung von jeder Etikette, damals in der römischen Kaiserzeit, aufgetischt und getafelt wurde. Trimalchio war der persönliche Berater von Kaiser Nero, wenn es um "Fragen des guten Geschmacks" ging...
Die stärksten geschmacklichen Genüsse reichten damals nicht mehr, um die verwöhnten Gäste zufrieden zu stellen. Großes Tafelsilber, riesige Wandgemälde, eigene Bienen aus Griechenland, Championsporen aus Asien, verschiede Feigen aus Syrien und Ägypten, Straußeneier, Schnee gekühltes Wasser usw. begeisterten die Gäste nicht wirklich. Da mußte der Gastgeber schon sehr erfinderisch sein und das war Trimalchio!
Schön beschrieben wird z.B. eine kulinarische Platte, die an den 12 Sternzeichen orientiert war. Und wenn das alles den Gästen noch nicht reichte, konnte der Gastgeber noch weitere Höhepunkte setzen: Da fliegen schon mal Vögel aus dem Essen. Dann sollte der Koch vor den Gästen ausgepeitscht werden, da er ein Schwein nicht richtig zubereitet hatte. Weil aber ein Teil der Gäste dagegen intervenierte, folgte eine ungeahnte weitere große Überraschung.
Die Absonderlichkeiten steigern sich dann noch über die körperliche Lust, bis hin zum fingierten Tod des Gastgebers.
Nach einem nicht geplantem Zwischenfall, nutzen dann doch alle Gäste die Gunst der Stunde und verlassen fluchtartig das "Lokal".