Rezension
Der Chinese Jian Wang ist ein Protégé von Isaac Stern. Und sein Spiel verrät auch schon vom ersten Ton an, weshalb ihm "ein Stern leuchtete": Wang ist den exorbitanten Schwierigkeiten dieser beiden Haydn-Konzerte nicht nur vollauf gewachsen, er bewältigt sie noch dazu elegant, kraftvoll, delikat und wie selbstverständlich. In den Ecksätzen vor allem entwickelt der Saitenvirtuose einen überwältigenden Charme, alles fließt, als ob's nicht die geringsten Probleme gäbe. In den langsamen Sätzen wird Wang einerseits ungewohnt ausdrucksvoll, andererseits aber auch ein wenig manieriert: Da setzt er dem Notentext manches Mal kleine eitle Lichtlein auf, die mit dem - ohnehin nicht "historisch" bereinigten - Verlauf nur wenig zu tun haben. Aber eine wirklich schöne, sehr lebendige Aufnahme ist das allemal geworden.
©Scala, Thomas Rübenacker -- SCALA (6/99)