Im Jahr 2007 verstorben, gehört Rostropowitsch zu den Legenden im klassischen Musikbetrieb, in einem Atemzug zu nennen mit Bernstein oder Menuhin. Wie diese war Rostropowitsch nicht einfach nur ein technisch brillanter Interpret, er war zugleich Interpret, Dirigent und Humanist, und all das mit ganzer Seele und ganzem Leib.
Ohne Zweifel ist die Interpretation des Dvorak-Konzertes durch Rostropowitsch absolute Referenz. Hier wird hörbar "gearbeitet", fast möchte man sagen, die Melodien aus rohem Stein herausgemeißelt, zugleich aber auch so unendlich gefühlvoll und geschmeidig mit dem Instrument gesungen, dass es einem mitten ins Herz trifft.
Wohl kein Komponist übertrifft Dvorak in der Kunst, Melodien zu schaffen, die trotz ihrer Einfachheit höchste Emotionalität besitzen. Im Cellokonzert erreicht er darin höchste Meisterschaft. Vor dem inneren Auge entstehen kraftvolle Bilder und Landschaften, als Hörer wird man mitgerissen zu Empfindungen von Sehnsucht, Trauer und überschäumender Lebensfreude.
Den Tschaikowski kann man als Sahnehäubchen verstehen, sicher nicht von der Gewichtigkeit des Konzertes. Doch gerade hier beweist Rostropowitsch seine Fähigkeit, dem voluminösen Instrument Leichtigkeit und spielerische Eleganz zu entlocken.
Der romantische Orchesterpart ist einem Karajan auf den Leib geschneidert. Solist und Orchester ergänzen sich stimmig.