Bei vorliegender Aufnahme handelt es sich um einen Live-Mitschnitt aus dem Jahre 1970, das ist das Eine was man wissen muss. 1970 hatte man bestenfalls 8-Tonspurtechnik zur Verfügung und man mag sich beim Hören genau vorstellen können, wo diese 8 Mikros aufgestellt waren. 2 waren beim Cello, 4 waren irgendwo viele Meter über dem Orchester und 2 waren irgendwo im Saal überm Publikum. Soweit der auditive Eindruck.
Dies hat zur Folge, daß dem Orchester, oder besser gesagt, den einzelnen Instrumenten-Gruppen jegliche Dynamik abhanden kommt. Es klingt mir zu lasch, zu verspielt, und man hat auch den Eindruck, alle spielen das Concerto zum 378. Mal. Es fehlt die Spannung, die Dynamik und auch du Prés Spiel, so sehr ich sie vergöttere, fehlt jene Verletzlichkeit, wie das alles bei den Aufnahmen mit Barbirolli, fünf Jahre zuvor, zu hören war. Eine wichtige, auch historische Aufnahme, aber wer das definitive Elgar-Cello-Konzert mit Jaqueline du Pré hören will, der muss auf die Studio-Version mit John Barbirolli aus dem Jahre 1965 zurückgreifen.