Verzweifelt klammert sich der jüdische Rechtsanwalt Bodenheim 1938 an die Hoffnung, dass Österreich nicht verloren gehen kann, Österreich, die Stimme Mozarts im Konzert der Nationen. Er will es nicht wahrhaben, dass der deutsche Faschismus nach seinem Land greift. Er hasst die pessimistischen Stimmen um sich herum geradezu. Die Wahrnehmungen seiner Freunde überhört er, ihre Vorschläge, zu gehen, empfindet er als Fahnenflucht. Er hat im ersten Weltkrieg für Österreich gekämpft und meint, die würde ihm nun helfen. Als die Meldung kommt, dass der Bundeskanzler nach Berchtesgaden reist, wird ihm klar, was das zu bedeuten hat. Doch da kommen auch schon die Faschisten nach Wien, wieder war er zu ohnmächtig zum Handeln. Er kommt ins Gefängnis und sitzt bald im Zug nach Dachau. Das Buch macht nachdenklich, lässt den Leser jedes Zögern förmlich als Todesengel erscheinen. Sehr empfehlenswert. (Dies ist eine Amazon.de an der Uni-Studentenrezension.)