Diese Rezension bezieht sich auf das
Celestron SkyProdigy 130 Goto Computergesteuertes TeleskopMit dem Blockbuster "'John Carter - Zwischen zwei Welten"' von Walt Disney ist im Frühjahr 2012 ein atemberaubendes Filmspektakel angelaufen. Wie viele Menschen meint auch Titelheld John Carter - ein mit allen Wassern gewaschener Offizier im amerikanischen Bürgerkrieg - bereits alles gesehen zu haben. Was sollte es noch für ihn geben? Er hat längst alles gesehen, viel zu viel erlebt. Er ist müde. Doch dann gerät er in eine völlig andere Welt, auf Barsoom, den Mars. Das verändert nicht nur seinen Blick auf den Nachthimmel; es verändert auch seine Perspektive. Für immer.
Es ist ein Film, der mitreißt und Träume lebendig werden lässt. Und da war sie wieder, diese ganz alte Sehnsucht nach den Sternen, gepaart mit dem Wunsch, mehr zu sehen, mehr zu wissen, mehr zu entdecken von den Besonderheiten des Universums. Für mich war es der Beginn meiner eigenen, aufregenden Reise durch Zeit und Raum.
Schon mit bloßem Auge ist der Blick in den nächtlichen Himmel faszinierend, ganz besonders in klaren Nächten. Unzählige Sterne laden zur Himmelsforschung ein. Die an Komplexität kaum zu übertreffende Materie der Astronomie hatte für mich allerdings immer etwas Einschüchterndes. Immerhin handelt es sich um die älteste Wissenschaft der Welt. Wie soll man da als Laie mit Alltagswissen Zugang finden?
Und mit dem Blick durch das Teleskop allein ist es ja nicht getan. Schließlich möchte ich auch wissen, was ich da eigentlich betrachte und gezielt bestimmte Himmelskörper anpeilen können, die mich interessieren. Wie den Mars.
Dann entdeckte ich das Teleskop, das meine Welt für immer verändern sollte: Das SkyProdigy 130 von Celestron! Es handelt sich dabei um ein lichtstarkes Newton Teleskop für die Beobachtung von Planeten, Sternen und Deep Sky Objekten wie Sternhaufen, Gasnebeln und Galaxien. Das Besondere dabei ist, dass es sich dank der so genannten StarSense Technologie vollkommen automatisch ausrichtet. Gerade für Laien wie mich ist das perfekt, denn das heißt: Referenzsterne müssen nicht erst eingestellt werden; das Teleskop sucht sie sich selbst.
Der StarSense Handcontroller (eine computerisierte Handsteuerung) bietet nach dieser Ausrichtung ganz bequem Zugang zu einer gigantischen Datenbank: Über 4000 Objekte sind dort verzeichnet, zu denen man sich nähere Informationen anzeigen lassen kann! Damit sind aufregende Himmelsbeobachtungen für wirklich jeden Menschen möglich, egal, ob man Vorkenntnisse mitbringt oder nicht. Das SkyProdigy 130 erfüllt all meine Wünsche: Man kann gezielt nach Himmelskörpern suchen. Man kann aus einer Liste auswählen, was man sehen möchte oder mit der Handsteuerung in drei verschiedenen Katalogen forschen. Man kann sich aber auch im Rahmen einer Tour einfach zu den schönsten Orten führen lassen. Das ist sozusagen Begleitung beim Sightseeing im Weltraum! Eine ideale Funktion, wenn man noch gar nicht einschätzen kann, was zurzeit gut zu sehen ist. Es gibt so viele Möglichkeiten! Profis können z.B. auch benutzerdefinierte Listen anlegen. Aber der Reihe nach...
Ankunft des SkyProdigy 130-Teleskops
Bereits das Eintreffen des Teleskops war ein einzigartiges Ereignis: Mit zitternden Händen habe ich die einzelnen, gut und sorgsam verpackten Teile aus dem riesigen Versandkarton entnommen. Das Teleskop ist bereits größtenteils zusammengebaut. Es besteht im Wesentlichen aus drei Teilen: dem optischen Tubus, dem Gabelarm und dem Stativ. Alles ist schwer und sehr hochwertig verarbeitet. Die einzelnen Elemente lassen sich ruckzuck über ein ausgeklügeltes System zusammensetzen. Am besten folgt man dazu einfach der übersichtlichen und leicht verständlichen Schritt-für Schritt-Anleitung, die die einzelnen Handgriffe in Wort und Bild begleitet. Ganz automatisch macht man sich so auch mit dem Teleskop vertraut und lernt die Bezeichnungen der einzelnen Teile.
In wenigen Minuten stand das SkyProdigy 130 fix und fertig montiert vor mir und überraschte mit seiner imposanten Größe und seinem formschönen Design. Was für ein Anblick!
Um den StarSense-Handcontroller in Betrieb nehmen zu können, müssen acht Alkalibatterien der Größe D eingelegt werden, die nicht im Lieferumfang enthalten sind. Achtung, man sollte gleich hochwertige Markenprodukte verwenden. Die günstigen Alternativen aus dem Supermarkt erwiesen sich in meinem Fall als viel zu schwachbrüstig. Noch besser und flexibler ist allerdings ein 12-Volt-Wechselstromadapter, es sei denn, man will das Teleskop zu besonders guten Beobachtungspunkten mitnehmen. Dann gehören die Batterien auf jeden Fall mit ins Gepäck!
Fast vergessen: Zum Transport sind die einzelnen Verpackungselemente verwendbar, wenn man noch keine entsprechenden Taschen besitzt. So kann man die wertvollen Teile behutsam und sicher verstauen.
Inbetriebnahme
Das SkyProdigy braucht einen freien Himmel, um sich zu orientieren. Also sollten möglichst auch keine Gebäude oder Bäume die Sicht blockieren. Man sollte zudem einen Platz wählen, an dem es keine störende öffentliche oder private Beleuchtung in Gärten usw. gibt.
Hat man es eingeschaltet, kann man das Teleskop erst einmal bei der Arbeit bestaunen! Die integrierte Kamera sucht sich ihre Referenzsterne selbst: Das SkyProdigy 130 nimmt dazu ein Ausrichtungsbild auf, schwenkt dann um mindestens 90 ° im Uhrzeigersinn und macht noch eine zweite, schließlich eine dritte Aufnahme. Auf der Handsteuerung kann man die einzelnen Schritte verfolgen. Nach nur etwa drei Minuten weiß das Teleskop, wohin es zeigt.
Die StarSense-Ausrichtung lässt sich auch manuell vornehmen. Das habe ich ausprobiert, als ein Teil des Himmels bedeckt war und zudem auf einem Sportplatz in der Nähe Flutlichter eingeschaltet waren. Das SkyProdigy 130 meldete immer wieder:"'Too few stars"' ('zu wenig Sterne'), aber ich wollte trotz der etwas ungünstigen Bedingungen nicht auf mein abendliches Abenteuer verzichten. Also habe ich selbst geeignete Bereiche des Himmels gewählt - 'auch das funktioniert reibungslos!
Bewegen lässt sich das Teleskop über die Richtungstasten auf der Handsteuerung, wobei man zwischen neun Geschwindigkeiten wählen kann. Wichtig ist, dass man das SkyProdigy 130 ausschließlich über die Handsteuerung bedient und auch seine Position nicht verändert, wenn es eingeschaltet ist. Sonst verliert es seine Stern-Ausrichtung. Aber daran gewöhnt man sich im Nu: Inzwischen sind mir die Tasten und die Handhabung schon so vertraut, dass ich oft nicht einmal mehr hinsehen muss.
Hat das Teleskop sich justiert, hat man Zugriff auf die riesige Datenbank: Wissenswertes zu über 4000 Objekten steht ab sofort unter den eigenen Fingerspitzen zur Verfügung. Mit der Taste "'Object-Info'" kann man z.B. Koordinaten und interessante Informationen anzeigen lassen. Es ist sagenhaft!
Das Display ist angenehm beleuchtet, so dass sich alles gut erkennen lässt, aber natürlich nicht blendet. Diese Technik begeistert und beeindruckt mich noch immer und hat inzwischen auch staunende Nachbarn aufmerksam werden lassen.
Die Menüführung der Handsteuerung ist zwar Englisch, aber das Bedienen sollte selbst bei fehlenden Sprachkenntnissen kein Problem sein. Alles ist sehr übersichtlich aufgebaut und weitgehend selbsterklärend. In der Anleitung sind die einzelnen Punkte zudem ausführlich auf Deutsch beschrieben und die englischen Begriffe übersetzt.
Unbedingt erwähnen muss ich noch das StarPointer-Suchfernrohr, einen LED Leuchtpunktsucher. Das ist ein sehr nützliches Hilfsmittel, mit dem sich sichtbare Objekte am Himmel direkt anvisieren lassen. Oft schaut man hoch, entdeckt etwas und will wissen: "Was ist das dort am Himmel, was sehe ich da?'" Das StarPointer-Suchfernrohr wird separat eingeschaltet und über eine eigene, langlebige 3-Volt-Lithiumbatterie versorgt (diese ist im Lieferumfang enthalten). Man schaut mit beiden Augen durch das Suchfernrohr und justiert das Teleskop solange mit den Richtungstasten, bis der rote Punkt sich direkt auf dem Himmelsobjekt befindet. Alle weiteren Fragen beantwortet das SkyProdigy!
Stativ und Tubus
Einmal aufgebaut, steht das SkyProdigy 130 wirklich fest und sicher auf seinem dreibeinigen Stativ. Die Höhe lässt sich problemlos einstellen und an die eigene Körpergröße anpassen. Praktisch ist die Ablage, die zwischen den Stativbeinen angebracht wird: Dort lassen sich z.B. Schutzkappen, ein Block und Stifte ablegen. Für den StarSense-Handcontroller gibt es eine spezielle Halterung, in die er sicher eingehängt werden kann.
Die Vergrößerungsmöglichkeiten
Zwei Okulare sind im Lieferumfang enthalten: Das 25 mm Okular ergibt eine 26-fache Vergrößerung. Es ist ideal, um größere Objekte zu finden und zu betrachten, z. B. den Orionnebel oder den Andromedanebel.
Eine noch stärkere Vergrößerung bietet das 9 mm Okular: 72-fach! Damit lassen sich noch mehr Details erkennen und überwältigende Anblicke genießen.
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