Ich habe das Zubehörpaket und nutze davon inzwischen nur noch die praktische Tragetasche. Das liegt daran, dass ich mir bessere Okulare besorgt habe, die Huygens und Ramsden Okulare des Firstscopes und Zubehörpakets sind zwar verwendbar, aber das ist dann auch schon alles. Für Planetenbeobachtung (resp. Mond) ist das 6mm Okular gut geeignet, aber hier bietet das 4 mm Okular eine höhere Vergrößerung. Für Deep-Sky Objekte (bspw. Kugelsternhaufen) ist das 6 mm Okular - so meine Erfahrung - zu dunkel, insofern ist es also nicht unbedingt nötig. Allein das 12,5 mm Okular macht hier Sinn, da es eine Brücke schlägt zwischen 20 mm und 4 mm.
Der Mondfilter ist auch in Ordnung, jedoch verschluckt er viele Details (jedenfalls sehe ich das so) und mittlerweile beobachte ich den (Halb)Mond daher ohne Filter und bei etwas geringerer Vergrößerung. Mit voller Vergrößerung ist der Filter jedoch nützlich, obgleich es sicherlich bessere Mondfilter gibt. Auch hier bekommt man eben die Qualität, welche man bei dem Preis erwarten darf.
Der Sucher ist theoretisch (und bei erfahreneren Beobachtern wohl auch praktisch) funktionsfähig, aber für den Anfänger wohl eher nicht zu empfehlen. Wie auch ein anderer Rezensent bereits richtig anmerkte, ist er nur dann überhaupt sinnvoll verwendbar, wenn das Teleskop hoch genug positioniert ist, die normale Tischhöhe reicht hier in der Regel nicht aus, da man den Kopf schlicht nicht tief genug bekommt, um einen zumutbaren Einblick in den Sucher erhaschen zu können. Das ist aber im Grunde nicht die Schuld des Suchers, sondern eine natürliche Folge der Kürze des Teleskops. Ich selbst habe den Sucher - mit dem ich nichts anfangen konnte - inzwischen durch einen LED Leuchtpunktsucher ersetzt. Der ist absolut anfängertauglich: er hat den Einblickpunkt weiter oben, aber noch wichtiger ist, dass er nicht vergrößert, so kann man sich prima an den Sternbildern orientieren: einfach Leuchtpunkt auf das Zielgebiet ausrichten und fertig. Wenn ein Sucher vergrößert, dann erscheinen auch mehr Sterne im Sucherfeld und der Anfänger kommt dabei leicht durcheinander, resp. verliert fast zwangsläufig völlig die Orientierung.
Für einen fortgeschrittenen Beobachter mag das 20 mm Okular bereits ausreichen, um das gewünschte Objekt zu finden, doch ich wage zu behaupten, dass das für einen Astro-Neuling nahezu ein Ding der Unmöglichkeit ist. Ein guter Sucher ist also sehr empfehlenswert, wenn man mit dem Firstscope einen gelungenen Einstieg mit viel Spaß und möglichst wenig Frust erleben möchte. Vielleicht gelingt einem dann das, was mir verwehrt blieb: schon in der ersten Beobachtungsnacht fündig werden.
Die beigelegte Software kann ich leider nicht beurteilen, da sie auf meinem PC (Linux) nicht läuft.
Fazit: man sollte sich gut überlegen, ob es nicht besser wäre, wenn man an Stelle des Zubehörpakets lieber etwas Geld in ein ordentliches Okular (bspw. 9 mm Skywatcher Ultra Wide Angle oder (Super) Plössl) und einen tauglichen Sucher (bspw. Leuchtpunktsucher) investiert; zwar könnte man sich für das Geld gleich zwei Zubehörpakete kaufen, andererseits wertet dies das Firstscope ungleich mehr auf als selbige. Das ist zumindest meine Meinung, die auf meiner eigenen Erfahrung fußt.