Hinweis: Bewertet wird hier das Celestron-Fernglas Nature 8x42 in Dachkant-Ausführung.
(Amazon bietet nämlich zum Zeitpunkt der Rezension vier verschiedene Celestron-Gläser unter einer gemeinsamen Position an, darunter auch eine Version mit Porro-Prismen.)
Das Celestron-Dachkant-Glas kommt mit vollständigem Zubehör: Der Okularschutz ist praktischerweise einteilig, die Objektivabdeckungen sind per Gummihalterungen am Fernglas befestigt. Dazu kommt eine einfach gehaltene Cordura-Tasche sowie ein Reinigungstuch.
Erster Eindruck: Schönes Glas! Da wackelt und knarzt nichts, der rutschhemmende Belag liegt angenehm in der Hand. Das Gewicht ist genau richtig, um das Glas ruhig halten zu können. Die Scharfstellung muss man feinfühlig vornehmen, aber dann bekommt man ein auf den ersten Blick recht brauchbares Bild.
Die äußere Objektiv-Vergütung schimmert grünlich, d. h. man bekommt eine Darstellung, bei der die warmen Farben betont werden. Für Naturfreunde und Jäger wäre das insofern gut.
Brauchbar ist die Bilddarstellung jedenfalls, bis man versucht, auf größere Distanzen (Beispiel: Kfz-Kennzeichen in 250 m Entfernung) Details eindeutig zu erkennen oder über längere Zeiträume Beobachtungen vorzunehmen.
Dann wird es auf Dauer unangenehm, und im direkten Vergleich zu einem Porro-Prismenglas in gleicher Preislage (Olympus 8x40 DPS I) zeigen sich unschöne Darstellungsschwächen:
- Der Randbereich wird sehr unscharf dargestellt; wirklich störend ist, dass dieser Unschärfebereich über 30% des Radius ausmacht.
- Die Schärfeleistung in der Mitte kommt an die des preisgleichen Olympus-Glases nicht heran.
- Die Bildhelligkeit und Brillianz ist für ein 8x42-Glas relativ gering. Offenbar ist die Lichttransmissionsrate geringer als beim Olympus-Glas.
Die Erfahrung, dass man im unteren Preissegment lieber zu einem Porro-Prismenglas als zu einem in Dachkant-Bauweise greifen sollte, zeigt sich leider auch hier.
Das Fernglas ist wohlgemerkt nicht schlecht: Die mechanische Verarbeitung ist sehr gut, und kürzere Beobachtungen lassen sich damit recht gut vornehmen, wenn man nicht darauf angewiesen ist, jedes kleinste Detail wahrzunehmen.
Den Punktabzug nehme ich vor, weil Langzeitbeobachtungen mit diesem Glas unnötig anstrengend für die Augen sind und man für das gleiche Geld definitv bessere optische Leistungen bekommen kann.
Das Glas geht zurück an Amazon.